Diskussionskultur

Neues SPÖ-Duo: Darauf können wir "nicht stolz sein"

Mehrere Menschen gehen auf einem Gehweg in einer Stadt, drei vorne in Businesskleidung.
© APA/GEORG HOCHMUTH
Schreiben von Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher an den SPÖ-Vorstand.
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Das Duo Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher soll in der SPÖ jetzt übernehmen. Bis Anfang 2027 noch gemeinsam mit Parteichef Andreas Babler, danach nur noch zu zweit. Die beiden sollen den Übergang orchestrieren und den Parteitag im Frühjahr 2027 vorbereiten. Dort wird dann ein neuer SPÖ-Chef oder eine neue SPÖ-Chefin gewählt.

In einem Schreiben - es liegt oe24 vor - wenden sich Holzleitner und Kucher nun an den Parteivorstand. Darin heißt es unter anderem: "Die vergangenen Monate haben uns viel abverlangt. Umfrageergebnisse, mit denen niemand von uns zufrieden ist. Eine Diskussionskultur, auf die wir nicht stolz sein können."

Duo will nach "vorne blicken"

Sie wollen nun nach "vorne blicken" und erklären die nächsten Schritte. Andreas Babler wird in dem Schreiben ausdrücklich gedankt. Er habe an "entscheidender Stelle Verantwortung übernommen" und die SPÖ zurück in die Regierung geführt. Die "Regierung bleibt handlungsfähig".

Das neue Führungs-Duo beteuert außerdem, am Parteitag im Frühjahr nicht zu kandidieren. "Unsere Aufgabe ist es, die kommenden Monate zu gestalten, zusammenzuführen und die Voraussetzungen für eine gute Entscheidung am Parteitag zu schaffen", heißt es in dem Schreiben.

Der Brief im Wortlaut:

"Die vergangenen Monate haben uns viel abverlangt. Umfrageergebnisse, mit denen niemand von uns zufrieden ist. Eine Diskussionskultur, auf die wir nicht stolz sein können. Wir haben zu oft übereinander gesprochen, statt miteinander. Umso wichtiger ist es jetzt, den Blick nach vorne zu richten und gemeinsam voranzugehen.
Am Sonntag ist dafür ein wichtiger erster Schritt gelungen: Zentrale Verantwortungsträger:innen der Partei sind wieder zusammengekommen, haben gemeinsam beraten, gemeinsam entschieden und werden diese Entscheidung auch gemeinsam nach außen vertreten. Ein Zusammenrücken der Partei, das Mut macht. Darauf bauen wir jetzt auf.

Aber wir können nicht nach vorne blicken, ohne jenen Menschen zu würdigen, der in den vergangenen Jahren an entscheidender Stelle Verantwortung übernommen hat: Andi Babler. Er hat die SPÖ 2025 zurück in die Bundesregierung geführt. Als Vizekanzler hat er Verantwortung übernommen und auch in schwierigen Zeiten sich dieser Verantwortung gestellt. Als in der Partei der Wunsch nach Veränderung laut wurde, hat er den Weg für einen geordneten Übergang freigemacht.
Lieber Andi, dafür und für deinen Einsatz für unsere Partei: Danke.

Die nächsten Schritte

Am Donnerstag entscheiden unsere zuständigen Gremien über den gemeinsamen Vorschlag von Bundesparteivorsitz, Landesparteivorsitzenden, Bundesfrauenorganisation und Gewerkschaft, uns – Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher – bis zum Parteitag im Frühjahr mit der interimistischen geschäftsführenden Leitung der Partei zu betrauen.
Die Regierung bleibt handlungsfähig. Zum Jahresbeginn wird die Funktion des Vizekanzlers von Andreas Babler an Markus Marterbauer übergeben. Gleichzeitig wird Andreas Babler den Parteivorsitz zurücklegen.

Der Weg, der vor uns liegt

Wir beide werden im Frühjahr am Parteitag nicht kandidieren. Unsere Aufgabe ist es, die kommenden Monate zu gestalten, zusammenzuführen und die Voraussetzungen für eine gute Entscheidung am Parteitag zu schaffen.
Wir wollen, dass unterschiedliche Generationen, Regionen, Erfahrungen und Perspektiven wieder stärker zusammenkommen. Wir wollen offen diskutieren, einander zuhören und unterschiedliche Meinungen aushalten. Wir wollen nach gemeinsamen Entscheidungen auch gemeinsam handeln.

Kurz gesagt: Viele Stimmen, eine Sprache.

Wir wollen Brücken bauen, wo Verbindungen fehlen. Wir wollen Wege bereiten, wo es bisher zu viele Umwege gab. Und wir wollen gemeinsam den nächsten Schritt gehen.
Nicht alles muss heute entschieden werden. Aber wir können heute damit beginnen, wieder zusammenzuführen, Orientierung zu geben und gemeinsam nach vorne zu gehen.
Wir übernehmen Verantwortung. Wir bereiten das nächste Kapitel vor.

Freundschaft"

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