Mehrere Monate

Wie Sklavin gehalten: Nachbar entdeckt gefesselte Frau im Garten

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Ein Zufallsfund erschütterte eine Nachbarschaft: Eine 33-jährige Frau soll monatelang gefangen gehalten, misshandelt und schwer erniedrigt worden sein. Erst ein aufmerksamer Nachbar entdeckte die verletzte Frau – gefesselt und kaum wiederzuerkennen.
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Hinter den Mauern eines unscheinbaren Hauses in Soest (Deutschland) soll sich über Monate ein grausames Martyrium abgespielt haben. Laut Ermittlungen geriet die Frau Ende Juli 2025 in die Gewalt von vier Männern im Alter zwischen 16 und 29 Jahren. Befreit wurde sie erst am 3. November – nachdem ein Nachbar die schockierende Entdeckung machte.

Steven K. (18) berichtete gegenüber der deutschen BILD, sein Vater habe am späten Abend den Bewegungsmelder auf der Terrasse des Nachbarhauses bemerkt. Hinter der Mauer seien plötzlich gefesselte Hände zu sehen gewesen. "Mein Vater kam zu mir und erzählte das. Ich schaute selbst nach. Ich sah die halbnackte Frau auch", schilderte der junge Mann.

"Ihr Gesicht war kaum zu erkennen"

Der Anblick habe ihn erschüttert. Die Frau soll mit Handschellen an einem Balken der Terrassenüberdachung befestigt gewesen sein. "Sie war ganz blau, ihr Gesicht war kaum zu erkennen. Es war voller Hämatome, Schwellungen und Wunden", erzählte der Nachbar.

Er alarmierte sofort den Notruf. Kurz darauf rückte die Polizei an, umstellte das Haus und befreite die Frau. Die schwer verletzte und unterkühlte 33-Jährige wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht.

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Mutmaßliche Täter sollen Gewalt gefilmt haben

Nach den bisherigen Ermittlungen sollen die Männer die Frau über Monate hinweg misshandelt und vergewaltigt haben. Laut WDR sollen ihr unter anderem schwere Verletzungen durch den Einsatz eines Hochdruckreinigers zugefügt worden sein. Die Ermittler gehen außerdem davon aus, dass zahlreiche Taten gefilmt wurden.

Die Frau soll im Keller des Hauses zeitweise mit Handschellen an ein Heizungsrohr gefesselt worden sein.

Obdachlosigkeit ausgenutzt

Besonders perfide: Die Frau soll zum Zeitpunkt der Tat obdachlos gewesen sein. Die mutmaßlichen Täter sollen ihre Situation ausgenutzt und sie mit Unterkunft und Essen abhängig gemacht haben.

Laut Ermittlern entwickelte sich dadurch offenbar eine starke Abhängigkeit von den Männern. Ihr Verhalten habe teilweise an das sogenannte Stockholm-Syndrom erinnert – also eine emotionale Bindung eines Opfers an seine Peiniger. Aus Angst, den Winter allein nicht zu überstehen, soll die Frau trotz der Gewalt weiter in dem Haus geblieben sein.

Prozess startet im Oktober

Gegen die vier Beschuldigten wurde inzwischen Anklage erhoben. Ab dem 12. Oktober 2026 soll ihnen vor dem Landgericht Arnsberg der Prozess gemacht werden.

14 Verhandlungstage sind bis kurz vor Weihnachten angesetzt. Dann soll geklärt werden, was sich tatsächlich in dem Haus abgespielt hat. In dem Gebäude lebten zeitweise auch die Lebensgefährtin des mutmaßlichen Haupttäters Dennis J. und ihre drei kleinen Kinder. Sie sind inzwischen ausgezogen.

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