Geduldsprobe
Sommersperren lassen Öffi-Verkehr entgleisen
Als S-Bahn-Stammstrecke wird die Verbindung zwischen Meidling und Floridsdorf bezeichnet. Bis Herbst 2027 wird dort die Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht. Ab 4. Juli wird der Verkehr zwischen Floridsdorf und dem Bahnhof Praterstern eingestellt - samt einiger nördlicher Anschlussstrecken. Ab September ist dann der zentrale Abschnitt zwischen Praterstern und Hauptbahnhof betroffen, der über ein Jahr lang nicht befahren wird.
Geteilte U-Bahnen im Sommer
Im Sommer ist auch die U-Bahn nicht in vollem Umfang nutzbar. Wegen Modernisierungsarbeiten fährt die U3 von 13. Juli bis Ende August nicht zwischen Hütteldorfer Straße und Westbahnhof. Auch die U4 wird von 3. Juli bis Anfang August geteilt. Zwischen Schwedenplatz und Wien-Mitte ist der Betrieb in dieser Zeit eingestellt.
An den Gleisen der Badner Bahn wird ebenfalls gewerkt. Die Garnituren werden den Großteil der in der Stadt liegenden Strecke nicht befahren. Sie werden in den Sommerferien nur zwischen Baden und der Station Inzersdorf-Lokalbahn pendeln. Von dort bis zum Karlsplatz gibt es in dieser Zeit keine Züge.
Ein Neuzugang in Sachen Ausfälle ist im Westen zu verzeichnen: Vergleichsweise kurzfristig haben die ÖBB die Sperre der S80 verkündet. Das liegt daran, dass die Umbauarbeiten an der sogenannten Verbindungsbahn, also der Strecke zwischen Hütteldorf und Meidling, nach dem Vorliegen gerichtlicher Genehmigungen nun starten können.
Für die dort verkehrende S80 bedeutet das eine vermutlich mehr als einjährige Zwangspause auf diesem Abschnitt. Der Auftakt erfolgt am 4. Juli, wobei im Sommer auch kein Betrieb zwischen Meidling und Hauptbahnhof geplant ist.
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Ersatzverkehr und Kapazitätsmaßnahmen
Wer auf eine der genannten Verbindungen angewiesen ist, muss sich also nach Alternativen umsehen. Solche werden im Sommer zwischen Praterstern und Floridsdorf eigens eingerichtet. Es gibt als Ersatz für die S-Bahn einen Bus mit allen Halten und eine Direktverbindung zwischen den beiden Bahnhöfen.
Wenn dann nach den Sommermonaten die S-Bahn innerstädtisch pausiert, wird zum Teil mit dichteren U-Bahn-Intervallen sowie mit erhöhten Kapazitäten bei den Straßenbahnen reagiert. Auch die Verlängerung der Linie 18 vom dritten Bezirk in die Leopoldstadt soll dann schon in Betrieb sein.
Einen Schienenersatzverkehr gibt es ebenfalls, sogar mit "Premium-Bussen", wie die Betreiber versprechen. Es handelt sich dabei um die Verlegung des City Airport Trains auf die Straße. Denn auch der CAT ist von der Stammstrecken-Sperre betroffen. Statt mit Zügen werden Kundinnen und Kunden also per Bus zum Flughafen bzw. von diesem in die Stadt chauffiert.
Weiters wird ab Herbst ein Direkt-Shuttle per Bus zwischen Meidling und Längenfeldgasse eingerichtet. Er bringt die Fahrgäste direkt vom Bahnhof Meidling zur U4. Das macht die U6 zwar auch, der Shuttle soll jedoch für eine Entlastung der zu Spitzenzeiten bereits jetzt stark frequentierten U-Bahn-Linie sorgen.
Für die Westachse der S80 wird ebenfalls ein Bus unterwegs sein. Er bedient alle Haltestellen. Während der sommerlichen U-Bahn-Sperren wird wiederum angeraten, auf andere Straßenbahn- oder Buslinien umzusteigen, wobei bei der U3 zur Unterstützung eine eigene Ersatz-Bim (E3) angeboten wird.
Konzept für Donauinselfest
Das größte Festival des Landes, das Donauinselfest, ist von sommerlichen Bauarbeiten im Öffi-Netz meist nicht betroffen. Denn es findet üblicherweise am Wochenende vor dem Schulschluss statt. Ausgerechnet heuer wurde es aber auf das erste Ferienwochenende (3. bis 5. Juli) verlegt, da man es nicht zugleich mit dem Formel-1-Rennen in Spielberg veranstalten wollte.
Das macht nun Anpassungen nötig, da die Schnellbahn, die ein wichtiger DIF-Zubringer ist, in dem entsprechenden Abschnitt der Stammstrecke ja ab 4. Juli pausiert. Wie die Organisatoren der APA mitteilten, wurde mit den Wiener Linien und den ÖBB ein Verkehrskonzept geschnürt. So werden etwa U6, S45 und die Straßenbahnlinie 31 in dichteren Intervallen fahren.
Verwiesen wurde auch auf den Schienenersatzverkehr. Die Haltestelle Handelskai soll am Wochenende rund um die Uhr angefahren werden. Zudem setzt man auf bewährte Maßnahmen wie gestaffelte Endzeiten bei den Bühnen. Das soll Besucherströme entzerren.
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