Rede in Metz

Papst Leo XIV. mahnt Europas Politiker

Papst Leo XIV.
© Getty Images
Papst Leo XIV. hat seine Frankreich-Reise nicht mit einer frommen Schlussformel beendet, sondern mit einer Mahnung an die Politik: In Metz, der Stadt Robert Schumans, nannte er Völkerrecht und multilaterale Ordnung "das beste Gegenmittel gegen den Wunsch nach Macht", der am Ursprung jedes Konflikts stehe.
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Die Begegnung vor tausenden französischen aber auch deutschen Christen trug den Titel "An den Wurzeln Europas für Frieden und Einheit". Leo sprach Französisch. Es war der Schlusspunkt einer viertägigen apostolischen Reise, die Paris, Lourdes und die UNESCO berührt hatte.

Der Papst würdigte Robert Schuman als Mann des Glaubens, der alte Trennlinien in "Brücken der Hoffnung" verwandelt habe. Neben Macron waren Großherzog Guillaume von Luxemburg, Premierminister Luc Frieden, Fürst Albert II. von Monaco und die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger anwesend. Eine Einladung an alle EU-Staats- und Regierungschefs blieb weitgehend unbeantwortet.

Papst kritisierte die Aufrüstung

Der Papst beschrieb eine Welt, in der Beziehungen zwischen Menschen und Staaten "immer barbarischer" würden: Lüge und Täuschung nährten das Misstrauen zwischen Bürgern und Regierungen. Der Wert des gegebenen Wortes werde verachtet. Den Krieg auf europäischem Boden nannte er ein neues "sinnloses Gemetzel", in dem täglich zahllose Zivilisten sterben. Russland und die Ukraine erwähnte er nicht namentlich. Dennoch war die Anspielung unüberhörbar.

Frieden, sagte er, sei kein naiver Pazifismus. Zugleich warnte er vor der "Illusion, Aufrüstung sei die Antwort". Europa müsse sich fragen, ob es wirklich Frieden suche oder sich nur besser auf kommende Kriege vorbereite. Nötig seien geduldiger Dialog, Mut in Verhandlungen und die Bereitschaft, Positionen um des Friedens willen zu räumen. Macron versprach der Ukraine die "unbeirrbare" europäische Unterstützung.

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