Notstand ausgerufen
Doppel-Erdbeben: Zehntausende Tote in Venezuela befürchtet
Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der Erschütterungen mit 7,2 und 7,5 an. Das zweite Beben ereignete sich in einer Tiefe von nur 10 Kilometern, weshalb mit massiven Schäden und vielen Opfern zu rechnen war. Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez rief in einer Ansprache den Notstand aus. Sie sprach von einem "Vorfall mit schwerwiegenden Folgen". Erste Todesopfer wurden bestätigt.
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Die automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von bis zu Zehntausenden Todesopfern nahe. US-Präsident Donald Trump schrieb auf Truth Social von einer "verheerenden Zahl an Todesopfern". Die ersten Berichte seien besorgniserregend.
Mindestens 32 Menschen gestorben
Inzwischen wurden erste schreckliche Zahlen vermeldet: Bei den schweren Erdbeben in Venezuela sind ersten Erkenntnissen zufolge mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen und rund 700 weitere verletzt worden. Das sagte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez Donnerstagfrüh. Sie warnte gleichzeitig, dass die Zahl der Opfer voraussichtlich weiter steigen werde, während Rettungskräfte eingestürzte Gebäude durchsuchen und Notfallteams die verwüsteten Gebiete erreichen.
Priorität hätten nun die Rettungsarbeiten, so Rodríguez. Sie sprach den Familien der Todesopfer ihr Beileid aus. "Es gibt Bundesstaaten, die besonders betroffen sind", erklärte Rodríguez, darunter La Guaira. Es habe bereits 20 Nachbeben gegeben. Die Beben waren auch in der Hauptstadt Caracas heftig zu spüren.
Hilfsbereitschaft zahlreicher Staaten
"Wir haben es mit einer äußerst alarmierenden Situation zu tun", sagte Innenminister Diosdado Cabello im Fernsehen. Er bestätigte im staatlichen Fernsehen den Einsturz mehrerer Gebäude und Wohnhäuser.
Doppel-Erdbeben in Venezuela: Viele Tote befürchtet
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Im Hauptstadtbezirk Chacao konnten laut Bürgermeister Gustavo Duque allein aus einem Haus 18 Überlebende gerettet werden. Er rief die Bevölkerung auf, wegen möglicher Nachbeben auf öffentlichen Plätzen Schutz zu suchen. Im Küstenbundesstaat Falcon gab es nach Angaben von Gouverneur Victor Clark 22 Verletzte, zudem würden 15 Erwachsene vermisst. In Krankenhäusern wie dem Hospital de Clinicas in Caracas wurde das Personal für die Nachtschicht verdoppelt, um die Verletzten zu versorgen.
Präsidentin Rodriguez, die das Land seit dem Sturz von Präsident Nicolas Maduro durch die USA im Jänner führt, kündigte an, multilaterale Organisationen um finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau zu bitten. Die US-Botschaft in Caracas rief amerikanische Staatsbürger auf, sichere Zufluchtsorte aufzusuchen. Das US-Außenministerium richtete nach eigenen Angaben einen Krisenstab ein, um in Absprache mit der venezolanischen Regierung Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe zu schicken.
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Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, schrieb ebenfalls auf der Plattform X, es stünden 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter bereit, um in die venezolanische Hauptstadt Caracas gebracht zu werden. Der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader, erklärte spezialisierte Such- und Rettungsteams der Streitkräfte würden in der Früh nach Venezuela aufbrechen. Auch Brasilien signalisierte Hilfsbereitschaft. Rodríguez zufolge boten auch bereits andere Staaten Hilfe an.
Tsunami-Warnung wurde wieder aufgehoben
Um Explosionen durch Nachbeben zu verhindern, ordneten die Behörden an, die Gaszufuhr zu unterbrechen. Die Beben ereigneten sich an einem gesetzlichen Feiertag zur Unabhängigkeit des Landes, weshalb sich viele Venezolaner in ihren Häusern aufhielten. Eine für Puerto Rico, die Jungferninseln, Aruba, Curaçao und Bonaire ausgegebene Tsunami-Warnung wurde wieder aufgehoben.
Das Epizentrum des ersten Bebens am Mittwoch um 18.04 Uhr (Ortszeit) lag den Angaben zufolge 24 Kilometer östlich von San Felipe entfernt im Nordwesten des südamerikanischen Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite Erdbeben ereignete sich nur wenige Kilometer weiter nördlich. Allein in den relativ nahen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen.
Der Schulunterricht wurde ausgesetzt, der Zugverkehr eingestellt. Auch der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas stellte wegen Schäden den Betrieb ein. Die Erschütterungen des Bebens waren auch in Kolumbien zu spüren.
Erdbeben auch in Japan
An der Ostküste der japanischen Insel Honshu wurde in der Region Tohoku ein Erdbeben der Stärke 6,9 gemessen. Es lag in einer Tiefe von etwa 50 Kilometern, laut der japanischen Wetterbehörde wurde keine Tsunami-Warnung ausgerufen. In den Atomanlagen wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Die East Japan Railway teilte mit, dass einige Züge, darunter der Tohoku-Shinkansen, vorübergehend eingestellt wurden.
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