Eine umfangreiche Recherche der französischen Zeitung "Le Monde" sorgt derzeit für Wirbel in der Luxusbranche. Auf rund zwölf Seiten zeichnet das Blatt ein kritisches Bild des LVMH-Konzerns, zu dem Marken wie Louis Vuitton, Dior oder Moët & Chandon gehören. Im Fokus stehen interne Machtkämpfe innerhalb der Familie Arnault sowie der Führungsstil des Konzernchefs Bernard Arnault.
Laut der Recherche sollen sich die fünf Kinder des Milliardärs in einem ständigen Konkurrenzkampf um die Gunst ihres Vaters befinden. Zudem berichten anonyme Insider, dass sich Mitarbeiter in der Konzernzentrale stark an Arnault orientieren würden – sowohl beim Auftreten als auch beim Kleidungsstil.
"Keine Übergewichtigen im Umfeld?"
Für besonders viel Aufsehen sorgt eine Behauptung der Zeitung: In der Pariser Konzernzentrale arbeite angeblich kaum ein übergewichtiger Mitarbeiter. Als Grund wird Arnaults persönlicher Lebensstil genannt. Ein Informant behauptet, der 77-Jährige ernähre sich überwiegend von Gemüse und wolle deshalb keine übergewichtigen Menschen in seinem direkten Umfeld haben.
Arnault reagierte auf diese Darstellung mit scharfem Sarkasmus. In einem drei Seiten langen Brief an die Redaktion schrieb er: "Dafür möchte ich mich entschuldigen – dieser Mangel an körperlicher Vielfalt ist unverzeihlich. Ich werde umgehend den Chef der Betriebskantine zu mir einbestellen."
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Krawatten-Regeln und Spott über Hermès
Auch der angeblich strenge Dresscode wird in der Recherche thematisiert. Demnach orientiere sich das Personal am Kleidungsstil des Chefs. Trage Arnault einen Rollkragenpullover statt Hemd und Krawatte, folgten viele Mitarbeiter diesem Beispiel. Sogar Krawatten der Konkurrenzmarke Hermès sollen unerwünscht sein.
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Auch das weist Arnault ironisch zurück. Man bitte lediglich darum, eine Hermès-Krawatte "im Aufzug gegen ein unauffälligeres Modell zu tauschen", scherzte er. Gleichzeitig verriet er, dass er selbst mehrere Hermès-Krawatten besitze.
Freundschaften mit Trump und Macron
Die Recherche beschäftigt sich außerdem mit Arnaults politischen Kontakten. Dem Bericht zufolge soll Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei schwierigen Gesprächen mit Donald Trump auf Arnault als Vermittler gesetzt haben. Der Unternehmer kennt Trump seit den 1980er-Jahren und saß bei dessen Amtseinführung in Washington unter den Ehrengästen.
Auch eine frühere Bekanntschaft mit Russlands Präsident Wladimir Putin wird thematisiert. Dazu äußerte sich Arnault allerdings nicht. Stattdessen kommentierte er die politischen Spekulationen erneut spöttisch: Er habe angeblich ebenso mit britischen Premierministern, deutschen Bundeskanzlern und sogar einem japanischen Kaiser gesprochen – eigentlich hätte er lieber nur mit seinem Hund reden sollen.
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