Austritte angekündigt, SP-Spitze kontert
Impfpflicht: Shitstorm nach SP-Zustimmung
Wien. Nach dem klaren Ja fast aller SPÖ-Abgeordneten im Nationalrat zur Impfpflicht mobilisieren wütende Impfkritiker jetzt auf Facebook und Twitter – samt Dutzender Ankündigungen von Parteiaustritten.
Wie berichtet, stimmte der mächtige Bau-Holz-Gewerkschafts-Chef Josef Muchitsch als einziger SPÖler gegen das Impfpflicht-Gesetz, dem er „krasse Schwächen!“ attestierte (s. re.). Vier weitere Mandatare fehlten, unter ihnen der Steirer Max Lercher, der an Covid erkrankte und auf Facebook verkündete: „Auch ich hätte mit Nein gestimmt.“ Unter den Postings von Muchitsch und Lercher entstand ein Shitstorm gegen die SPÖ-Führung, und gegen Parteichefin Pamela Rendi-Wagner: „Die muss sowieso weg“, so eine Posterin, die behauptet, SPlerin zu sein.
In der SPÖ-Zentrale will man keine Spur von einer Austrittswelle bemerkt haben, heftige Debatten aber schon. „Natürlich haben wir erheben lassen, was unsere WählerInnen zur Impfpflicht sagen: 80 % – also rund eine Mio. der 1,3 Mio. SPÖ-Wähler von 2019 – sind für die Impfpflicht. SP-Chefin Rendi-Wagner liege also auf Linie ihrer Genossinnen und Genossen.
SP-Mandatar macht Check. Ein SPÖ-Mandatar – übrigens Gewerkschafter wie Muchitsch – bekam per Mail vor der Abstimmung 86 Austrittsankündigungen – 84 von Impfgegnern, die gar keine Parteimitglieder seien. Von einer Welle könne also keine Rede sein.
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