Sintflutregen

Wetter-Experte warnt: "Das Mittelmeer ist eine Zeitbombe"

Ein überflutetes Auto und entwurzelte Bäume liegen am Strand nach starkem Regen auf Kreta.
© APA/AFP/COSTAS METAXAKIS
Das viel zu warme Wasser führt zu Sintflutregen - sogar Medicane ist möglich.
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Während sich in Österreich und Deutschland der goldene Oktober von seiner freundlichen Seite zeigt, kämpfen Teile Südfrankreichs mit extremen Regenmengen. Meteorologe Dominik Jung warnt, dass die aktuelle Unwetterlage im westlichen Mittelmeerraum noch nicht das Ende sein könnte.

In den französischen Départements Gard und Hérault fielen in den Cevennen innerhalb kurzer Zeit rund 300 Liter Regen pro Quadratmeter. Flüsse stiegen rasant an, Straßen wurden überflutet, Menschen mussten aus den Wassermassen gerettet werden. Für Jung spielt dabei vor allem die ungewöhnlich hohe Wassertemperatur des Mittelmeers eine entscheidende Rolle.

Wasser ließ Häuser einstürzen.
Wasser ließ Häuser einstürzen. © APA/AFP/JOSE JORDAN

"Zeitbombe"

"Das Mittelmeer ist die Zeitbombe", schreibt der Meteorologe im Merkur. Nach dem außergewöhnlich warmen Sommer sei das Meer vor Südfrankreich und Italien deutlich wärmer als üblich. Das warme Wasser liefere große Mengen Feuchtigkeit, die bei entsprechenden Wetterlagen in heftigen Gewittern freigesetzt werden könne.

Der Fluss Besos bei Barcelona auf Pegel-Höchststand
Der Fluss Besos bei Barcelona auf Pegel-Höchststand © APA/AFP/JOSEP LAGO

"Das warme Wasser verdunstet wie verrückt und pumpt riesige Mengen Feuchtigkeit in die Luft", erklärt Jung. Treffen diese feuchten Luftmassen auf kühlere Luft aus dem Norden, können sich vor allem an den Bergen intensive Gewitter entwickeln, die längere Zeit nahezu an derselben Stelle verharren.

Gefahr auch für Urlauber

Jung richtet seinen Blick bereits auf die kommenden Wochen. Der Oktober gilt im Mittelmeerraum als besonders anfällig für Starkregenereignisse. Urlauber in Südfrankreich, Spanien, Italien oder Griechenland sollten deshalb Wetterwarnungen genau verfolgen.

Eine weitere Gefahr sind sogenannte Medicanes – tropenähnliche Wirbelstürme im Mittelmeer. "In diesem Herbst ist das durchaus drin", warnt Jung. Das weiterhin warme Meer könnte solchen Systemen zusätzliche Energie liefern. Für Reisende bedeutet das: Campingplätze und Unterkünfte in Flussnähe können bei Starkregen besonders gefährlich werden. Jung rät zudem dringend davon ab, überflutete Straßen oder Unterführungen zu durchfahren.

Während bei uns also weiterhin spätsommerliche Bedingungen möglich sind, bleibt das Mittelmeer laut Jung ein Wetterraum mit erheblichem Unwetterpotenzial.

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