Ratgeber
Warum man bei Hitze KEINE Luft aus den Reifen lassen darf
Österreich und die Nachbarländer schwitzen bei extremen Sommertemperaturen, was auch Auswirkungen auf den Verkehr in haben kann. Viele Autofahrer fragen sich in diesen Tagen, ob die Straßen schmelzen können, welche Temperaturen die Reifen aushalten und ob man bei Hitze Luft ablassen muss. Die gute Nachricht vorweg: Ganz so schnell geht weder die Straße kaputt, noch schmelzen die Autoreifen. Trotzdem bringt die extreme Hitze einige handfeste Gefahren für den Straßenverkehr mit sich.
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Bitumen weicht auf und Beton bricht
Asphalt schmilzt zwar nicht wie Schokolade in der Sonne, allerdings wird das im Asphalt enthaltene Bitumen ab einer Oberflächentemperatur von rund 60 Grad Celsius weich. Da sich die Fahrbahn in der prallen Sonne problemlos auf über 60 Grad aufheizen kann, bilden sich in der Folge schnell Spurrinnen oder Verformungen – vor allem auf stark belasteten Straßen mit viel Lkw-Verkehr. Noch gefährlicher sind sogenannte Blow-ups, bei denen sich ältere Betonfahrbahnen plötzlich nach oben wölben oder gar aufbrechen. Dieses Risiko steigt bereits ab etwa 30 Grad Außentemperatur deutlich an, weshalb an mehreren Orten nun sogar der Winterdienst die Straßenoberflächen mit Wasser kühlt. In südlichen Ländern wie Spanien passiert das kaum, da die Straßen dort von Anfang an für höhere Temperaturen ausgelegt sind und andere Asphaltmischungen genutzt werden.
Reifen halten bis zu 100 Grad stand
Auch die Autoreifen erweisen sich als erstaunlich robust. Sie können sich auf dem heißen Asphalt auf bis zu 100 Grad erhitzen, ohne direkt Schaden zu nehmen. Kritisch wird es für Autofahrer erst dann, wenn der Luftdruck im Reifen nicht stimmt. Zu wenig Luft führt nämlich dazu, dass sich der Reifen während der Fahrt stärker verformt und zusätzlich aufheizt, was im schlimmsten Fall zu einem gefährlichen Reifenplatzer führen kann.
Bloß keine Luft unterwegs ablassen
Viele Autofahrer erschrecken, wenn der Reifendruck während einer längeren Fahrt an heißen Tagen um 0,2 bis 0,4 Bar ansteigt. Das ist jedoch völlig normal, da sich die Luft im Reifen erwärmt und ausdehnt. Den warmen Reifen sollte man deshalb auf keinen Fall ablassen. Da die Hersteller ihre Empfehlungen immer für kalte Reifen angeben, würde man nach dem Abkühlen mit zu geringem Druck fahren. Dies erhöht das Risiko einer übermäßigen Erwärmung und somit eines Reifenschadens. Der Reifendruck sollte daher immer vor Fahrtbeginn am kalten Reifen geprüft werden. Wer mit korrekt befüllten Sommerreifen unterwegs ist, muss sich normalerweise keine Sorgen machen.
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