Paukenschlag

Wahl-Beben in Brasilien: Sensations-Führung für Bolsonaro

Flávio Bolsonaro steigt am Wahltag mit Begleitern aus einem Auto in Rio de Janeiro aus.
© Getty Images
Bolsonaro Jr. führt vorläufig. Er hält bisher bei 51,09 Prozent der gültigen Stimmen.
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Brasília. Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien liegt der rechte Senator Flavio Bolsonaro nach ersten Auszählungen vor dem linken Amtsinhaber Luiz Inacio Lula da Silva. Nach Angaben des nationalen Wahlgerichts vom Sonntag kam der 45-jährige Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro nach Erfassung von rund elf Prozent der abgegebenen Stimmen auf 51,09 Prozent der gültigen Stimmen. Der 80-jährige Lula erreichte demnach 40,67 Prozent.

Zweiteiliges Bild: links spricht ein Mann mit Strohhut ins Mikrofon, rechts schaut ein Mann ernst.
Die Brasilien-Wahl war geprägt von einem hochspannenden Präsidentschaftsrennen zwischen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva (li.) und dem rechten Senator Flávio Bolsonaro (r.). © APA/AFP/PABLO PORCIUNCULA/MAURO

Sollte keiner der insgesamt 13 Kandidaten mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen auf sich vereinen, treten die beiden stärksten Bewerber am 25. Oktober in einer Stichwahl gegeneinander an.

Endergebnis kann noch deutlich abweichen

Das Endergebnis der Wahl vom Sonntag kann deutlich vom Zwischenstand abweichen. Die südlichen Bundesstaaten, die tendenziell Bolsonaro unterstützen, melden ihre Ergebnisse oft am schnellsten. Die Stimmen aus Lulas Hochburg im Nordosten des Landes sind gewöhnlich erst später ausgezählt.

Der Wahlkampf war geprägt von Sorgen über die schwächelnde Wirtschaft, Korruptionsskandalen sowie Vorwürfen einer Einmischung der USA. Die Staatsverschuldung liegt bei über 82 Prozent der Wirtschaftsleistung. Zudem löste ein Skandal um das abgewickelte Geldinstitut Banco Master neue Empörung über Korruption in der politischen Klasse aus.

Während Lula eine vierte Amtszeit anstrebt, hofft Flavio Bolsonaro, die rechte Bewegung seines Vaters wieder an die Macht zu bringen. Neben dem Präsidenten haben die Brasilianer am Sonntag auch alle 513 Mitglieder des Unterhauses sowie zwei Drittel des Senats bestimmt.

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