1985 verunglückt

Toter Österreicher nach Jahrzehnten in Gletscher entdeckt

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Mehr als 40 Jahre nach seinem tödlichen Bergunfall in Pakistan wurde der Leichnam des Oberösterreichers Gerald Fellner entdeckt. Für seine Familie bedeutet der Fund einen emotionalen Abschluss.
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Der damals 26-jährige Gerald Fellner aus Lambach im Bezirk Wels nahm 1985 an einer Expedition im Karakorum-Gebirge an der Grenze zwischen Pakistan und China teil. Das Team erreichte den Gipfel des mehr als 7.000 Meter hohen Rakaposhi-Ostgipfels. Beim Abstieg stürzte der österreichische Bergsteiger jedoch tödlich ab.

Sein Leichnam wurde in rund 5.000 Metern Höhe in einer Gletscherspalte zurückgelassen. Erst Jahrzehnte später gab das schmelzende Eis die sterblichen Überreste frei. Einheimische entdeckten sie vor zwei Jahren und bestatteten Fellner nun im Tal.

Familie kann endlich Abschied nehmen

Für die Angehörigen ist die Nachricht eine Erleichterung. Einer von Fellners vier Brüdern lebt seit Jahrzehnten in Salzburg. Im vergangenen Sommer reiste die Familie nach Pakistan, um sich bei einer Gedenkfeier gemeinsam mit Bewohnern des Nagar-Tales von dem Verstorbenen zu verabschieden.

"Wir können uns nun an einen Ort denken oder fühlen. Die Gletscherspalte war ein Irgendwo. Nun haben wir einen konkreten Ort mit dem Grab in Pakistan", sagte Fellners Bruder Johannes.

Brücke erinnert an den Österreicher

Die Verbundenheit mit der Region zeigt sich auch in einer besonderen Geste: Einheimische benannten eine Brücke nach dem verunglückten Bergsteiger. Für die Familie ist das ein bewegendes Zeichen dafür, dass Gerald Fellner auch Jahrzehnte nach seinem Tod nicht vergessen ist.

Sein Bruder Andreas erinnerte sich an die Herzlichkeit der Menschen vor Ort. Jeder, der von der Gemeinde ins Gebirge aufbreche, müsse nun über diese Brücke gehen.

"Liebe und Verbundenheit bleiben"

Auch Fellners damalige Lebensgefährtin Karin Frick hielt über Jahrzehnte Kontakt zu seiner Familie. Aus gesundheitlichen Gründen konnte sie nicht an der Reise nach Pakistan teilnehmen. Die Trauer um ihre erste große Liebe habe sie über lange Zeit begleitet.

Sie beschreibt den Prozess als eine Zwiebel, deren Schichten sie nach und nach abgetragen habe. Übrig geblieben seien "die Liebe und die Verbundenheit, die bleibt".

Mehr als vier Jahrzehnte nach dem Unglück hat Gerald Fellner nun eine feste Grabstätte. Seine Familie kann an einem konkreten Ort an ihn erinnern – und auch in Pakistan bleibt sein Name lebendig.

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