Vor Ferragosto

Streit um freie Strände in Italien

Luftaufnahme des Strandes von Ostia bei Rom mit Meer und Stadt im Sonnenlicht.
© Getty Images/iStockphoto
Kurz vor Ferragosto, dem wichtigsten Feiertag der italienischen Urlaubssaison am 15. August, spitzt sich in Italien der Streit um den Zugang zu den Stränden zu.
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Während Millionen Urlauber an die Küsten strömen, wächst der Druck auf die Betreiber privater Strandbäder. Gleichzeitig fordern Aktivisten und zahlreiche Gemeinden mehr frei zugängliche Strandabschnitte.

Entlang der rund 7.500 Kilometer langen Küste gibt es mehr als 7.300 private Strandbäder, in denen Liegen und Sonnenschirme vermietet werden. Für zwei Liegen und einen Schirm werden im Schnitt rund 40 Euro pro Tag fällig. Mehr als die Hälfte der italienischen Strände ist an private Betreiber verpachtet – obwohl die Küsten eigentlich öffentliches Eigentum sind und grundsätzlich frei zugänglich sein müssten.

Auslöser des aktuellen Konflikts ist eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006. Sie schreibt vor, dass Konzessionen für öffentliche Strandflächen regelmäßig neu ausgeschrieben werden müssen. Nach jahrelangen Verzögerungen soll die Regelung ab 2027 umgesetzt werden.

Private Bäder geschlossen

Mehrere Städte haben bereits reagiert. In Ostia, dem Stadtstrand Roms, wurden private Strandbäder geschlossen und teilweise abgerissen. Dort sollen künftig öffentliche Strandabschnitte entstehen. Auch in Ligurien und Apulien schaffen Gemeinden wieder mehr kostenlose Zugänge zum Meer.

Leerer Sandstrand mit geschlossenen gelben Sonnenschirmen und einem Holzsteg in der Mitte.
Lido Beach © Getty Images

Die Betreiber sehen dadurch ihre Existenz bedroht und protestieren gegen die geplanten Neuausschreibungen. Aktivisten hingegen begrüßen die Entwicklung und argumentieren, Strände seien ein öffentliches Gut und dürften nicht zum Luxus werden.

Für zusätzlichen Ärger sorgten zuletzt mehrere Strandbäder in Apulien, die Gästen das Mitbringen eigener Speisen und Getränke untersagen wollten. Die Begründung: Müll, Hygiene und wirtschaftliche Nachteile. Die Pläne stießen jedoch auf heftige Kritik – auch aus der Politik. Angesichts der ohnehin hohen Preise für Liegen und Sonnenschirme dürfe der Strandbesuch nicht noch teurer werden, lautet der Tenor.

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