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SPÖ-Chaos um Babler-Nachfolge

Ein Mann im Anzug spricht vor mehreren Mikrofonen bei einer Pressekonferenz.
© APA/HELMUT FOHRINGER
Krisen-Telefonate, Sitzungen, Fraktionieren – wie Babler sich retten will, wer ihm jetzt nachfolgen soll.
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Rote Kabale. Die Telefone in der roten Welt laufen wenige Stunden vor dem "entscheidenden" Treffen in der SPÖ heiß. Sowohl das Lager von SPÖ-Chef Andreas Babler – und er selbst – als auch seine Gegner – also bereits neun Länderchefs der SPÖ – suchen fieberhaft nach einem Ausweg, der nicht ausgeht wie eine Oper von Wagner.

Ein älterer Mann mit grauen Haaren spricht mit Headset-Mikrofon auf einer Bühne.
Gerhard Zeiler. © APA/GEORG HOCHMUTH

Burgenlands SPÖ-Landeschef Hans Peter Doskozil erklärte am Freitag, dass er mit keiner Lösung am Sonntag beim Treffen der SPÖ-Länderchefs rechne. Das wäre ein Fiasko für die Roten.

An einer gemeinsamen Lösung bastelt offensiv Kärntens LH Daniel Fellner. Er galt zunächst als Unterstützer von Manager Gerhard Zeiler, der vor einer Woche etwas verunglückt erklärt hatte, SPÖ-Chef werden zu wollen. Gestern wendete er sich via Homepage an die SPÖ-Mitglieder.

Seine Chancen sind aber nicht gerade gut: Vor allem die SPÖ-Gewerkschafter und Wolfgang Katzian würden ihn verhindern wollen. Auch Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig und Oberösterreichs wahlkämpfender SPÖ-Chef Martin Winkler seien gegen einen SPÖ-Chef Zeiler.

Andreas Babler neben Markus Marterbauer inmitten einer Gruppe von Menschen, Presse im Hintergrund.
Marterbauer (l.) und Babler (r.). © Andreas Tischler / Vienna Press

Sie wollen einen "geordneten Übergang" orchestrieren. Und hier kommt Plan B – von dem oe24-Leser als Erstes bereits seit Wochen wussten – ins Spiel: SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer solle Vizekanzler werden, damit "die Partei nicht in die falschen Hände falle" – so wird laut SPÖ-Insidern gegenüber Babler-Unterstützern und wohl auch dem SPÖ-Chef und seinem Vertrauten Marterbauer selbst argumentiert.

Der Finanzminister muss sich im Oktober allerdings noch einer Chemotherapie unterziehen. Er wirke zwar "sehr agil und geistig super fit", aber das sei "schon sehr herausfordernd", sagen SPÖ-Kenner und Ärzte.

Variante 1: Marterbauer mit Zeitplan März

Daher dürften die Drahtzieher des Marterbauer-Plans auf einen längeren Zeithorizont – Übergabe erst im März 2027 – spielen. "Das ist unmöglich", sagen andere SPÖ-Präsidiumsmitglieder. Sie wollen eine "Ämtertrennung" – Marterbauer Vizekanzler möglichst rasch und eine Interimschefin Doris Bures.

Hinter so einer Lösung könnten sich alle neun Landeschefs sammeln. Ursprünglich hatte es geheißen, dass auch Babler da mitspielen könnte. Stand Freitag sei aber wieder "Widerstand" gewachsen. Immerhin könnte Babler eine Mitglieder-Direktwahl ab zwei Kandidaten durchsetzen.

Chaos

Ein Chaos, vor dem sich vor allem Wien und Gewerkschaft – die sehr unterschiedliche Flügel haben – fürchten. Mögliche andere Alternativen als Vizekanzler und/oder Parteivorsitzende riefen durch, um abzulehnen: Sowohl Infrastrukturminister Peter Hanke als auch SPÖ-Frauenministerin Eva Maria Holzleitner signalisierten, dass sie diese Jobs nicht wollen würden.

Am Samstag versammelt Ludwig in Wien seine Bezirkschefs zum Stimmungsaustausch. In Wien dürfte die Lage diffuser sein. Am Sonntag treffen sich die SPÖ-Landeschefs zunächst unter sich. Eine überwiegende Mehrheit will sagen, dass "wir eine neue Führung" brauchen. Und das danach auch bei der anschließenden Sitzung Babler direkt sagen. Ob sich Dosko irrt und sie doch eine Lösung schaffen?

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