Treffen mit Selenskyj

Serbien warnt: "Stehen am Beginn eines größeren Krieges“

Zwei Männer schreiten vor einer Ehrenwache in blauen Uniformen mit Gewehren vorbei.
© APA/AFP/ANDREJ ISAKOVIC
Serbiens Präsident Aleksandar Vučić sorgt mit einer düsteren Einschätzung des Ukraine-Krieges für Aufsehen.
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Im Podcast MD MEETS von Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner warnte er davor, dass Europa möglicherweise vor einer weiteren Eskalation stehe.

Ein Mann mit Anzug und Brille spricht vor Mikrofon auf einer Pressekonferenz, blauer Hintergrund.
© EPA

"Ich glaube, dass wir am Anfang eines größeren Krieges stehen", sagte Vučić. Er habe gehofft, dass inzwischen jemand einen ernsthaften Schritt in Richtung Frieden unternehmen würde. Das sei jedoch nicht geschehen. Deshalb stehe Europa "am Rande eines viel, viel größeren Krieges".

Vučić äußerte sich kurz nach dem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Belgrad. Der serbische Staatschef pflegt gleichzeitig Kontakte nach Moskau und Kiew. Zu Russlands Präsident Wladimir Putin habe er nach eigenen Angaben bislang mehr als 20-mal gesprochen, zuletzt allerdings deutlich seltener.

Kein Ende in Sicht

Ein Ende des Ukraine-Krieges sieht Vučić vorerst nicht. "Ich sehe kein Ende des Krieges in diesem Jahr", sagte er. Auch im kommenden Frühjahr hält er ein Kriegsende für unwahrscheinlich. Beide Seiten stünden unter enormem Druck, doch keine sei derzeit bereit, entscheidende Zugeständnisse zu machen.

Besonders warnt Vučić davor, auf eine vollständige Niederlage Russlands zu setzen. Russland sei eine Atommacht, weshalb eine Lösung nur über einen Kompromiss führen könne. "Wir brauchen eine Kompromisslösung, nicht die Niederlage irgendeiner Seite", betonte der serbische Präsident.

Zwei Männer geben sich bei einer Pressekonferenz in Belgrad die Hand vor serbischer Flagge.
© APA/AFP/ANDREJ ISAKOVIC

Gleichzeitig stellte Vučić klar, dass Russland den Krieg begonnen habe und Täter und Opfer nicht verwechselt werden dürften. Für ihn sei entscheidend, einen Waffenstillstand zu erreichen, bevor der Konflikt weiter eskaliert.

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