In Frankreich

Quallen-Plage: Atomkraftwerk legt drei Reaktoren lahm

© Getty Images
Normalerweise sorgen Quallen höchstens für Ärger bei Badegästen – in Frankreich wurden sie jetzt zum Problem für ein Atomkraftwerk. Im größten AKW des Landes mussten gleich drei Reaktoren wegen der Meerestiere heruntergefahren werden.
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Im französischen Atomkraftwerk Gravelines an der Nordseeküste ist es zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall gekommen. Eine große Menge Quallen störte den Betrieb des Kraftwerks so massiv, dass drei der sechs Reaktoren komplett abgeschaltet werden mussten.

Ein weiterer Reaktor kann derzeit nur eingeschränkt betrieben werden. Da gleichzeitig ein sechster Reaktor planmäßig gewartet wird, läuft aktuell lediglich einer der sechs Reaktoren wie vorgesehen. Für ein Atomkraftwerk ist ein solcher Zwischenfall ungewöhnlich – allerdings nicht völlig neu.

Schon im vergangenen Jahr gab es Quallen-Ärger

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Tiere das Kraftwerk beschäftigt. Damals waren zahlreiche Quallen in die Filtersysteme der Wasserpumpstationen geraten. Solche Systeme sind für den Betrieb der Anlage wichtig: Das Kraftwerk benötigt große Mengen Wasser zur Kühlung. Die Quallen können dabei in die Ansaug- und Filtersysteme gelangen und diese beeinträchtigen. Nach einigen Tagen konnte der Betrieb der betroffenen Reaktoren damals wieder aufgenommen werden.

Keine Gefahr für Menschen und Umwelt

Trotz des ungewöhnlichen Vorfalls gibt der Betreiber EDF Entwarnung. Auswirkungen auf die Sicherheit des Kraftwerks, der Mitarbeiter oder der Umwelt habe die Quallenplage nicht. Wo genau die Tiere diesmal angeschwemmt wurden und wie sie den Betrieb der Anlage störten, teilte EDF zunächst nicht mit.

Das Kraftwerk Gravelines liegt im Norden Frankreichs an der Küste, ungefähr zwischen Calais und Dunkerque. Es gehört zu den größten Atomkraftwerken des Landes und ist Teil des französischen Kernkraftwerksparks mit knapp 20 Anlagen. Wie lange die Einschränkungen durch die Quallen andauern, ist derzeit offen. Bereits im vergangenen Jahr zeigte sich jedoch: Wenn die Meerestiere weiterziehen und die Filtersysteme wieder frei sind, können die betroffenen Reaktoren ihren Betrieb erneut aufnehmen.

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