Augenzeuge schildert

Neue Details zu Flydubai-Angriff: "Im Cockpit war niemand"

Flugzeug von FlyDubai im Flug, oben rechts ein Pilot in Uniform.
© Getty/Facebook
Bei der gewalttätigen Auseinandersetzung an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv war das Cockpit einem Augenzeugen zufolge zeitweise verwaist.
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Bei der gewalttätigen Auseinandersetzung an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv war das Cockpit einem Augenzeugen zufolge zeitweise verwaist. "Im Cockpit war niemand", sagt der israelische Geschäftsmann Tal. Er habe gesehen, dass ein Pilot verletzt sei, ein anderer in einen Kampf verwickelt gewesen sei. Zugleich habe das Flugzeug massiv an Höhe verloren. Er habe dann zwei neben sich sitzende Piloten ins Cockpit gebracht, die den Flug landeten.

Beim Flug der emiratischen Gesellschaft Flydubai hatte am vorigen Mittwoch Berichten zufolge der Copilot seinen Kollegen angegriffen. Dieser schaffte es nach eigenen Angaben trotz schwerer Verletzungen, die Cockpit-Tür zu öffnen. Passagiere überwältigten den Täter. Motiv und Absichten des Angreifers sind noch immer ungeklärt. Die israelische Regierung geht bereits von einem dschihadistischen Terroranschlag aus.

Zwei Männer stehen in einem Raum und unterhalten sich; einer trägt Anzug, der andere Freizeitkleidung.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mit dem Passagier Yaniv Hayoun © APA/AFP/ISRAELI PRIME MINISTER'S

Augenzeuge: Musste Ersatzpiloten schütteln

Der nur als Tal bezeichnete Augenzeuge erzählte der Zeitung in dem Interview weiter, er habe die beiden Piloten anschreien müssen, sie sollten sich nach vorn begeben. Doch sie hätten sich nicht bewegt. "Ich musste sie schütteln, damit sie nach vorn gingen und die Kontrolle über das Flugzeug übernahmen, weil es im Sturzflug war." Einer der beiden sei schließlich nach vorn gegangen und habe die Kontrolle übernommen. Der Zweite habe länger gebraucht, um sich von dem Schock zu erholen.

Die Zeitung schreibt weiter, Tal habe in einer früheren WhatsApp-Nachricht sein Agieren als "Kampfunterstützung" bezeichnet, drei andere Israelis hätten den Angreifer körperlich überwältigt. Er habe die Piloten nach vorne gebracht und dabei geholfen, etwas zu finden, mit dem der Angreifer gefesselt werden konnte - Ladekabel.

Karte zeigt Umleitung des Flugs FZ1073 von Dubai nach Tabuk nach Notfall vor Tel Aviv.
© APA

Nur Israelis an entscheidenden Stellen

Derweil habe ein israelischer Zahnarzt den schwer verletzten indischen Piloten behandelt. Nachdem der Angreifer überwältigt gewesen sei und die beiden Piloten im Cockpit gewesen seien, hätten sie die Besatzungsmitglieder vom unmittelbaren Geschehen weggeführt und ihnen gesagt: "Von jetzt an führen wir den Flug." Anschließend hätten sie neben jedes Besatzungsmitglied einen Israeli gestellt.

"Alle Israelis waren sich einig, dass wir an den entscheidenden Stellen nur Israelis haben sollten", sagte Tal der "Jerusalem Post". Es habe keine Befehlskette und keinen Plan gegeben. Die Menschen hätten einfach verschiedene Aufgaben übernommen.

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