Die Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) dokumentierte im ersten Halbjahr 2026 191 solche Fälle. Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) sah die IGGÖ in der Verantwortung. Diese betonte nun, Antisemitismus sei mit dem Islam unvereinbar.
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Insgesamt zählte die IKG im ersten Halbjahr dieses Jahres 671 antisemitische Vorfälle, wie sie am Donnerstag bekannt gab. 191 hatten laut ihrer Einschätzung einen muslimischen, 162 einen linken und 147 einen rechten Hintergrund, bei 171 Vorfällen war keine eindeutige ideologische Zuordnung möglich. Es sei "mehr als bedenklich, wenn ein weiteres Mal der muslimische Antisemitismus mit Abstand auf Platz eins liegt", hatte Bauer kommentiert. "Hier ist die Glaubensgemeinschaft in Verantwortung."
IGGÖ betont bisherige Anstrengungen
Diese verurteilte die antisemitischen Handlungen nun in einer Presseaussendung. "Dass ein gewichtiger Teil dieser Vorfälle einen muslimischen Hintergrund hat, bedrückt uns und wird von uns ernst genommen. Als Gesellschaft tragen wir alle Verantwortung", unterstrich IGGÖ-Präsident Ümit Vural. Wer versuche, Antisemitismus religiös zu begründen, "missbraucht den Islam", fuhr er fort.
Gleichzeitig betonte die IGGÖ, bereits Anstrengungen gegen Antisemitismus unternommen zu haben. Beispielsweise seien Vertreter und Vertreterinnen der IGGÖ mit der IKG zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gereist. Aus dieser Reise seien dann unter anderem Unterrichtsmaterialien für den islamischen Religionsunterricht entstanden. Zudem laufe seit Jahren ein interreligiöses Projekt des Imams Ramazan Demir und des Gemeinderabbiners Schlomo Hofmeister, die in Schulen gemeinsam über Judentum, Islam und das Zusammenleben in Österreich sprechen sowie gegen Antisemitismus auftreten würden. Vural lud die Bundesregierung daher ein, "die Erfahrungen der IGGÖ in die Nationale Strategie gegen Antisemitismus einzubringen".
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