Am Mittwoch hat der Nationalrat erleichterte Abschiebungen von ausländischen Häftlingen beschlossen, die FPÖ, die das jahrelang gefordert hatte, stimmte übrigens dagegen. Wie dringend der Beschluss war, dass straffällige Ausländer die Strafhaft im Heimatland absitzen, zeigt sich eine Anfragebeantwortung von Justizministerin Anna Sporrer, die o24 vorliegt. Denn mehr als die Hälfte der Häftlinge in Österreich habe keine österreichische Staatsbürgerschaft.
+ Die dürren Zahlen: Mit Stichtag 23. Juni waren 10.101 Personen in Haft angehalten, davon waren 5.257 Personen mit einer nicht österreichischen Staatsangehörigkeit - das sind 54,04 %. Aktuell sitzen übrigens sogar 10.221 in Haft (davon rund 5.000 Ausländer).
+ Die Kosten: Sporrer gibt als Kosten pro Tag und Häftling zwischen 182,42 Euro und 169,87 Euro netto an. Bei 5.257 Häftlingen laufen damit Kosten von knapp einer Million Euro an, und das pro Tag!
+ Die Länder. Doch wer sitzt da ein. Im Justizministerium wird darauf hingewiesen, dass etwas mehr als ein Drittel der eingesperrten Ausländer aus EU-Ländern kommen. Unter den Top-10 der Herkunftsländer befindet sich denn auch nur 4 EU-Staaten.
Die Top-10 der Herkunftsländer
- SERBIEN 513
- SYRIEN 468
- RUMÄNIEN 434
- SLOWAKEI 343
- AFGHANISTAN 330
- UNGARN 298
- RUSSLAND 285
- TÜRKEI 253
- POLEN 169
- BOSNIEN-HERZEGOWINA 141
Auffällig ist die hohe Zahl an Serben, Syrern und Rumänen - sie stellen mit fast 1.500 Fällen mehr als ein Viertel der Insassen.
Doch wie viele Ausländer sollen jetzt dem neuen Gesetz zufolge ihre Haft in der Heimat absitzen? Ministerin Sporrer gibt sich da bedeckt.
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