So groß wie Tennisbälle

Monster-Hagel verwüstet Hauptstadt

Links neben einem überfluteten Straßenzug, rechts eine Hand mit riesigem Hagelkorn.
© Instagram
Ein heftiges Unwetter hat am Samstagabend Teile Paraguays getroffen und vor allem in der Hauptstadt Asunción für schwere Schäden gesorgt.
OE24 auf Google bevorzugen

Besonders der Hagel entwickelte eine außergewöhnliche Wucht: Augenzeugen und Medien berichteten von Eisbrocken, die teilweise etwa so groß wie Tennisbälle gewesen sein sollen. Zahlreiche Fahrzeuge wurden beschädigt, Dächer durchschlagen und Stromleitungen beeinträchtigt.

Betroffen waren neben Asunción zahlreiche Städte im Departamento Central, darunter San Lorenzo, Luque, Lambaré, Ñemby und Fernando de la Mora. In verschiedenen Stadtteilen gingen Windschutzscheiben zu Bruch, Karosserien wurden von den Hagelkörnern verbeult. Auch Dächer und andere Gebäudeteile hielten den Eiskörnern teilweise nicht stand. Videos und Fotos in sozialen Netzwerken zeigten die ungewöhnlich großen Hagelkörner und die Schäden nach dem Unwetter.

Hagel, Starkregen und Sturm

Der Hagel war allerdings nur ein Teil des schweren Wettergeschehens. Die paraguayische Dirección de Meteorología e Hidrología (DMH) hatte bereits vor einem größeren Gewittersystem gewarnt. Erwartet wurden kräftige bis sehr kräftige Regenfälle, Hagel und Sturmböen von rund 100 km/h oder mehr. Für einzelne Regionen wurden Niederschlagsmengen von 40 bis 80 Millimetern prognostiziert.

Nach dem Durchzug der Gewitter kam es in mehreren Gebieten zu Stromausfällen. Der staatliche Energieversorger ANDE aktivierte daraufhin einen sogenannten gelben Code, um die Versorgung möglichst rasch wiederherzustellen. Von 58 ausgefallenen Leitungen mit 23.000 Volt waren laut Angaben des Unternehmens zunächst 39 wieder in Betrieb.

Besonders stark betroffen waren unter anderem die Stadtteile Santa Ana, Barrio Obrero und Pinozá sowie Bereiche des Zentrums von Asunción. Auch aus mehreren Orten im Großraum der Hauptstadt wurden Schäden gemeldet.

Meteorologe: "Typisch für die Jahreszeit"

Eduardo Mingo, Direktor der paraguayischen Meteorologiebehörde, bezeichnete das Unwetter gegenüber dem Radiosender Ñandutí grundsätzlich als ein für den südamerikanischen Frühling typisches Wetterereignis. Die außergewöhnliche Intensität der Gewitter und der Hagel könnten allerdings durch die derzeitigen klimatischen Bedingungen verstärkt worden sein.

Mingo verwies dabei auch auf El Niño. Nach Einschätzung des Meteorologen könnte das Klimaphänomen die Heftigkeit des Unwetters begünstigt haben. Gleichzeitig betonte er, dass Gewitter dieser Art im paraguayischen Frühling grundsätzlich nicht ungewöhnlich sind.

Paraguay befindet sich derzeit am Beginn der wärmeren und gewitterreichen Jahreszeit. Die Meteorologiebehörde hatte bereits vor dem Unwetter darauf hingewiesen, dass sich am Samstag ein großräumiges Gewittersystem vom Süden der östlichen Region aus über weitere Landesteile ausbreiten werde. Die Gefahr von lokal schwerem Wetter wurde ausdrücklich als hoch eingestuft.

Weitere Unwetter bereits angekündigt

Mit dem Hagelsturm war die Wetterlage zudem noch nicht beendet. Für Sonntag und Montag wurde weiterhin mit einer erhöhten Gewittergefahr gerechnet, insbesondere im Norden und Osten Paraguays. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, die offiziellen Wetterwarnungen zu verfolgen.

Wie ungewöhnlich der Hagel in einzelnen Stadtteilen tatsächlich war, dürfte erst eine spätere Auswertung der Messungen zeigen. Die bisher verbreiteten Angaben über Hagelkörner von bis zu rund sechs Zentimetern beziehungsweise Tennisballgröße stammen vor allem aus Medien- und Augenzeugenberichten. Gesichert ist dagegen bereits das Ausmaß der Schäden: Der Hagel zerstörte Scheiben und beschädigte Fahrzeuge, Dächer und andere Strukturen, während Sturm und Starkregen zusätzlich für Überschwemmungen und Stromausfälle sorgten.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden