Nach zwölf Jahren im aktiven Dienst für die deutsche Bundesregierung hat die einstige Staatsmaschine eine neue Destination erreicht: den internationalen Markt für Privatjets. Der Airbus A340-300 mit der historischen Kennung 16+02 wurde einst von Altkanzlerin Angela Merkel genutzt und trug den geschichtsträchtigen Namen "Theodor Heuss", benannt nach dem Journalisten und ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland (FDP, Amtszeit von 1949 bis 1959). Nun bietet der US-amerikanische Flugzeughändler Jetcraft die Maschine an und gewährt mit einer glänzenden Broschüre beispiellose Einblicke in ein fliegendes Staatsgeheimnis.
Auch interessant
Ein fliegendes Wohnzimmer mit edler Luxusausstattung
Wer die Broschüre von Jetcraft durchblättert, sieht schnell, dass es sich bei diesem Flugzeug um kein gewöhnliches Passagierflugzeug handelt. Die Maschine wurde für sogenannte VVIPs („very, very important people“) konzipiert und bietet einen Komfort, der an ein exklusives Penthouse erinnert. Die Innenausstattung besticht durch dunkelbraune Holzakzente, kombiniert mit beigefarbenem und weißem Leder sowie besonders hellen, edlen Teppichböden.
Einige der wichtigsten Ausstattungsmerkmale im Überblick:
- Eine großzügige VIP-Suite, die den Passagieren ein Maximum an Privatsphäre bietet.
- Eine voll ausgestattete, moderne Dusche über den Wolken für erfrischende Momente auf Langstreckenflügen.
- Ein eleganter Konferenzraum, in dem einst weltbewegende politische Entscheidungen besprochen wurden.
- Eine stilvolle Lounge, die zum Entspannen einlädt.
- Eine Wandverzierung im Innenbereich, die detailgetreu die weltberühmte Skyline von Berlin zeigt.
Die Geschichte des Flugzeugs ist ebenso bewegt wie seine Ausstattung. Im Jahr 2009 kaufte die deutsche Bundesregierung die Maschine von der Fluggesellschaft Lufthansa und ließ sie im Anschluss aufwendig und kostenintensiv zu einem hochmodernen VIP-Regierungsjet umbauen. Zwölf Jahre lang flog die "Theodor Heuss" die deutsche Polit-Elite zuverlässig zu internationalen Gipfeln.
Doch die Zuverlässigkeit schwand im Laufe der Zeit. Nach mehreren Aufsehen erregenden technischen Pannen im Jahr 2023 zog die deutsche Regierung schließlich die Reißleine und nahm den Airbus A340-300 endgültig außer Betrieb. Der Verkauf der Maschine wurde danach über die Vebeg abgewickelt, eine staatliche Treuhandgesellschaft zur Verwertung von Bundeseigentum. Auf diesem Weg gelangte die Regierungsmaschine schließlich in das Portfolio des US-Händlers.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden