Es gebe Hinweise darauf, dass kriminelle Organisationen Munition erwerben wollen, die von Drohnen abgefeuert werden kann, sagte der Oberstaatsanwalt von Palermo, Maurizio De Lucia, vor der parlamentarischen Anti-Mafia-Kommission in Rom am Dienstag.
"Wir sind nicht darauf vorbereitet, uns gegen solche Waffen zu verteidigen", sagte De Lucia. Die Mafia versuche, ein "hochwertiges Waffenarsenal" wieder aufzubauen. Nach Angaben des Staatsanwalts wurden bereits Waffen sichergestellt, die über den Balkan nach Italien gelangten. Die Bemühungen um die Beschaffung moderner Waffensysteme beschränkten sich nach De Lucias Worten nicht auf Sizilien.
Oberstaatsanwalt beklagt Einfluss der organisierten Kriminalität in Gefängnissen
De Lucia hatte kürzlich die Zustände in den italienischen Gefängnissen scharf kritisiert und vor einem wachsenden Einfluss der organisierten Kriminalität gewarnt. "Wir zahlen den Preis dafür, dass die Gefängnisse nicht mehr unter der Kontrolle des Staates stehen", sagte De Lucia bei einer Veranstaltung in Palermo. Nach seinen Angaben kommunizieren Häftlinge inzwischen problemlos mit Personen außerhalb der Gefängnisse sowie mit Insassen anderer Haftanstalten. Es gebe regelrechte "Telefon- und Videokonferenzen" zwischen Häftlingen und Personen außerhalb der Gefängnisse.
Auch interessant
De Lucia verwies zudem auf die chronische Überbelegung der Haftanstalten: Die Zahl der Inhaftierten übersteige die Kapazitäten deutlich. Gleichzeitig fehle es an einer angemessenen Betreuung der Insassen. Viele Drogenabhängige gehörten seiner Ansicht nach nicht ins Gefängnis, sondern in therapeutische Einrichtungen. Mit seinen Äußerungen verschärfte De Lucia die Debatte über die Krise des italienischen Strafvollzugs. Dieser leidet seit Jahren unter Überbelegung, Personalmangel und zunehmenden Sicherheitsproblemen.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden