Rivale sieht Betrug
Konservative Fujimori vor Wahlsieg in Peru
Wie die Wahlbehörde am späten Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte, kommt die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori auf 50,11 Prozent der Stimmen. Ihr Vorsprung auf den linksgerichteten Rivalen Roberto Sanchez beträgt demnach 43.386 Stimmen. Sanchez erhebt Betrugsvorwürfe.
Da nur noch 40.213 Stimmen ausgezählt werden müssen, ist der viermaligen Präsidentschaftskandidatin der Sieg rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Die Wahlbehörde will den offiziellen Sieger jedoch erst Mitte Juli verkünden. Sanchez will das Ergebnis nicht anerkennen.
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Sorge vor anhaltender Krise
Die Entwicklung schürt die Sorge vor einer anhaltenden politischen Krise in dem südamerikanischen Land. Die Wahlkommission hatte am Dienstagabend einen Antrag von Sanchez abgelehnt, Tausende überwiegend für Fujimori abgegebene Stimmen aus dem Ausland zu annullieren. Die Stichwahl fand bereits am 7. Juni statt. Die Auszählung verzögerte sich wegen des knappen Rennens, der Überprüfung umstrittener Stimmzettel und verspätet eingetroffener Wahlbriefe aus dem Ausland.
Die politische Lage in Peru ist äußerst instabil: In den vergangenen acht Jahren gab es acht Präsidenten; keiner von ihnen beendete eine volle Amtszeit. Drei wurden des Amtes enthoben, einer trat nach nur sechs Tagen zurück und vier sitzen derzeit im Gefängnis. Auch Fujimoris verstorbener Vater verbüßte wegen Menschenrechtsverletzungen während seiner zehnjährigen Präsidentschaft von 1990 bis 2000 eine 16-jährige Haftstrafe.
Keiko Fujimori, die sich früher von der Politik ihres Vaters distanziert hatte, berief sich im Wahlkampf auf dieses Erbe. Sie stellte sich angesichts der hohen Kriminalität im Land mit steigenden Mord- und Erpressungsraten als starke Führungspersönlichkeit dar, die für Ordnung und Stabilität sorgen könne.
Fujimoris erwarteter Sieg verstärkt den Rechtsruck in Lateinamerika. Erst am Sonntag war in Kolumbien der politische Außenseiter Abelardo de la Espriella zum Präsidenten gewählt worden. Viele Wähler treibt die Sorge vor Kriminalität in die Arme von Hardlinern.
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