"Hölle beginnt"
Plötzlich wird es eng für Putin
Seit dem Scheitern der ukrainischen Gegenoffensive im Jahr 2023 hat sich die Front im Krieg gegen Russland nur noch langsam verschoben. Während Moskaus Truppen vor allem im Osten des Landes schrittweise Geländegewinne erzielen konnten, schien die Ukraine lange Zeit in die Defensive gedrängt. Doch in den vergangenen Monaten hat Kiew mit einer Reihe spektakulärer Angriffe den Krieg nach Russland gebracht.
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"Hölle beginnt"
So wurde zuletzt vermehrt die Hauptstadt Moskau sowie die Krim attackiert. Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hatte vor einer Woche in einem Interview eine Isolation der Halbinsel mittels Drohnenangriffen angekündigt.
Für die Ukraine öffne sich mit den Angriffen auf die russischen Nachschublinien ein "Fenster der Möglichkeiten". "Für die Russen beginnt eine Hölle, die sie nur schwerlich meistern werden", sagte Fedorow.
Die Angriffe zeigen, dass die Ukraine trotz schwieriger Lage an der Front weiterhin in der Lage ist, empfindliche Schläge gegen Russlands militärische Infrastruktur zu führen.
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Kann die Ukraine gewinnen?
Für den Militäranalysten Franz-Stefan Gady ist ein ukrainischer Erfolg deshalb keineswegs ausgeschlossen. Allerdings müsse man den Begriff "Sieg" realistisch definieren. "Ein realistischer Erfolg für die Ukraine heißt, die Front zu stabilisieren, die Krim mit Drohnen und Raketen vom russischen Nachschub abzuschneiden und Russland zu zwingen, Teile des Südens zu räumen, weil es seine Truppen dort nicht mehr versorgen kann", erklärt der Experte gegenüber der "Bild".
Auch der frühere Bundeswehr-Offizier und Ukraine-Experte Nico Lange sieht in den Angriffen auf russischem Territorium einen wichtigen Schlüssel. "Wenn der Krieg in Russland zu politischer Destabilisierung führt, könnte Putin verhandlungsbereit werden", so der Experte zur "Bild".
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Die ukrainische Strategie zielt deshalb zunehmend darauf ab, Russlands Kriegsmaschinerie nicht nur an der Front, sondern auch weit hinter den eigenen Linien zu treffen. Besonders die Öl- und Energieinfrastruktur steht dabei im Fokus. Angriffe auf Raffinerien und Treibstoffdepots sollen die Versorgung der russischen Streitkräfte erschweren und gleichzeitig wirtschaftlichen Druck erzeugen.
Für Militärexperte Gustav Gressel bedeutet ein möglicher ukrainischer Sieg jedoch etwas anderes als die vollständige Rückeroberung Russlands oder eine spektakuläre Großoffensive, sondern das Bestehen als souveräner Staat.
Lawrow: Moskau zu Gesprächen mit Kiew bereit
Russland ist nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow zur Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen mit der Ukraine bereit. "Wir sind bereit, mit Kiew zu reden. Das waren wir immer", sagte Lawrow am Dienstag vor Journalisten. Es könne an dem Punkt weitergemacht werden, an dem man zuletzt aufgehört habe, fügt er hinzu und verweist auf Gespräche, die kurz nach Beginn des Kriegs 2022 in Istanbul stattfanden und an die 2025 angeknüpft wurde. Allerdings signalisierte er keinerlei Bereitschaft zur Änderung der Forderungen Moskaus. Diese sehen unter anderem eine vollständige Aufgabe der Teile des Donbass vor, die Russlands noch nicht erobert hat. Die Ukraine lehnt dies ab. Die bisher letzten Friedensgespräche fanden im Februar statt. Vermittelt wurden sie von den USA, kurz bevor diese Ende Februar mit Israel den Krieg gegen den Iran begannen.
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