Kahlschlag

Jeder 4. Job weg: Lenzing-Aktie stürzt um 17 Prozent ab

Absperrband mit der Aufschrift „GESPERRT“ vor dem unscharfen Lenzing-Logo im Hintergrund.
© TEAM FOTOKERSCHI/WERNER KERSCHBA
Der Faser-Konzern gab am Montagabend bekannt, weltweit rund 2.000 Jobs abzubauen. Im Burgenland wird noch heuer ein Werk geschlossen.
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Die Aktien des Faserherstellers Lenzing sind am Dienstagvormittag an der Wiener Börse um knapp 17 Prozent nach unten gestürzt und waren damit zuletzt nur mehr 20,30 Euro wert. Am Montagabend hatte der Konzern bekanntgegeben, weltweit bis Ende 2027 rund 2.000 Jobs abbauen zu wollen. Die Pläne seien Teil "einer strategischen Neuausrichtung", hieß es.

Standort Heiligenkreuz schließt

Auch Menschen in Österreich sind betroffen: Am Standort Heiligenkreuz im Burgenland läuft die Faserproduktion bis Ende 2026 aus, in Grimsby in England bis Ende 2027. Für die 285 Beschäftigten in Heiligenkreuz existiere bereits ein Sozialplan. Man suche einen Käufer für den Standort, um möglichst viele Jobs zu halten.

Die Mitarbeiterzahl von weltweit 7.700 Vollzeitäquivalenten (Ende 2025) werde bis Ende 2027 deutlich sinken, hieß es in der Aussendung. Es handle sich aber keineswegs um ein Schließungs- und Cost-Cutting-Programm im Zuge der neuen Strategie, verwies Lenzing-Chef Georg Kasperkovitz gegenüber der APA auf das Vertrauen in die Pläne durch die Aktionäre und weitere Finanzierende, die bis zu 600 Mio. Euro frisch geben. Auch der Hauptsitz in Lenzing in Oberösterreich werde aufgewertet.

Die Analysten der Deutschen Bank haben eine negative Börsenreaktion auf die Ankündigung erwartet, sehen eine strategische Neuausrichtung des Konzerns nach mehreren Verlustjahren aber generell positiv. Der "Reset" ziele auf größere Widerstandskraft und Rentabilität und einen Investitionsfokus auf Mehrwert schaffende Anwendungen, schreibt der Deutsche-Bank-Analyst Lars Vom-Cleff in einer ersten Reaktion.

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