Neues Projekt

Heeres-Piloten fliegen jetzt "Teilzeit" bei der AUA

Pilot im Cockpit eines Kampfjets, darüber ein Austrian Airlines Flugzeug am Himmel.
© APA
Das österreichische Bundesheer und Austrian Airlines gehen völlig neue Wege bei der Personalplanung im Cockpit.
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Im Rahmen eines innovativen Pilotprojekts teilen sich das Militär und die zivile Fluggesellschaft künftig erfahrene Einsatzpiloten im saisonalen Teilzeitmodell.

Die Kooperation zwischen den Luftstreitkräften und der rot-weiß-roten Fluglinie basiert auf einer klaren Aufteilung des Jahres. Die teilnehmenden Piloten werden jeweils ein halbes Jahr im militärischen Flugbetrieb für das Bundesheer tätig sein und die andere Jahreshälfte im Passagierverkehr für Austrian Airlines abheben.

Der Dienstplan folgt dabei einer exakten saisonalen Logistik, die beiden Partnern maximale Vorteile bringt:

  • November bis April: Einsatz im Flugbetrieb des österreichischen Bundesheers
  • Mai bis Oktober: Einsatz im Cockpit der Austrian Airlines zur Abdeckung der sommerlichen Hauptreisezeit
  • Langfristige Bindung: Zusätzliche Verpflichtung für weitere zehn Jahre bei jeweils mindestens sechs Monaten Heeresdienst pro Jahr

Mit diesem Schritt soll vor allem der Abfluss von wertvollem Know-how gestoppt werden. Bisher konnten Piloten nach ihrer mindestens achtjährigen Mindestverpflichtung das Bundesheer verlassen und vollständig in die Privatwirtschaft wechseln. Durch das Modell bleibt ihr Können den Luftstreitkräften zehn weitere Jahre erhalten.

Typenschulung auf Airbus A320 startet am 28. September 2026

Für die praktische Erprobung wurden zwei Bundesheerpiloten ausgewählt – konkret ein Jetpilot und ein Hubschrauberpilot. Sie beginnen am 28. September 2026 ihre zivile Umschulung bei Austrian Airlines auf dem Flugzeugtyp Airbus A320.

Die AUA und das Heer gehen eine neue Kooperation ein.
Die AUA und das Heer gehen eine neue Kooperation ein. © APA

Da beide Piloten die Berechtigung für Flächenflugzeuge sowie die grundlegenden Lizenzen bereits in ihrer umfassenden Heeresausbildung erworben haben, konzentriert sich die Ausbildung primär auf das sogenannte Type Rating für den Passagierjet:

  • Herbst 2026: Start der Typenschulung auf dem Airbus A320
  • Sommer 2027: Geplanter Abschluss der zivilen Schulung und Beginn der ersten Einsätze im regulären Linienbetrieb
  • Ab 2028: Volle Umsetzung des alternierenden Teilzeitmodells zwischen Bund und Airline
  • Evaluierung: Umfassende Analyse durch die Luftstreitkräfte nach der ersten kompletten Saison

Doppelte Entlastung: Miliz-Aufbau und Hilfe bei Spitzenzeiten

Die Kooperation erfüllt auf beiden Seiten entscheidende strategische Anforderungen. Während Austrian Airlines in den verkehrsreichen Sommermonaten dringend qualifiziertes Personal benötigt, um Flugpläne stabil zu halten und Ausfälle zu vermeiden, stärkt das Bundesheer seine personelle Basis.

Gleichzeitig ebnet das Projekt den Weg für den gezielten Aufbau von Milizpiloten. Das über Jahre aufgebaute fliegerische Können der Militäreinsatzpiloten bleibt Österreich erhalten, während der ständige Wissenstransfer zwischen ziviler Verkehrsluftfahrt und militärischem Flugbetrieb neue Standards setzt. Nach Abschluss der ersten Saison entscheidet die Heeresführung über die dauerhafte Fortführung und mögliche Ausweitung des Programms.

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