Stallorder-Eklat
Hamilton bereut seinen Ferrari-Wutanfall
Erst der Wutausbruch, jetzt die Entschuldigung. Lewis Hamilton hat nach seinem heftigen Funk-Frust beim GP der Niederlande öffentlich die Verantwortung übernommen. "Das war nicht die beste Version von mir", gesteht der Ferrari-Star in einem Instagram-Post. Ausgerechnet vor dem Ferrari-Heimspiel in Monza am 6. September (15 Uhr, live ServusTV) liegen damit die Nerven blank.
Auslöser war Ferraris Umgang mit dem teaminternen Duell in Zandvoort. Hamilton war auf schnelleren Reifen unterwegs, hing aber hinter Charles Leclerc fest. Der Brite wollte vorbei, Ferrari reagierte aus seiner Sicht zu spät.
"Bin ich euer Versuchskaninchen?", tobte Hamilton. Als Leclerc nach einer Aufforderung zum Boxenstopp noch eine Runde draußen blieb, wurde der siebenfache Weltmeister sarkastisch: "Tolle Art, Zeit zu vergeuden, Jungs, gute Arbeit."
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Hamilton sieht Podest verschenkt
Besonders bitter: Während Ferrari zögerte, regelte Mercedes das teaminterne Duell konsequent. George Russell ließ WM-Leader Kimi Antonelli auf Anweisung passieren. Antonelli wurde hinter McLaren-Pilot Lando Norris Zweiter, Russell Dritter.
Hamilton kam nur als Vierter ins Ziel und war überzeugt, dass Ferrari ihn ein mögliches Podest gekostet hatte. "Die Entscheidung hätte früher getroffen werden sollen. Ich denke, das hat uns wahrscheinlich mindestens das Podest gekostet."
Auch nach der Zielflagge saß der Frust tief. Als sein Renningenieur von Pech im Kampf mit Russell sprach, widersprach Hamilton: "Wir hatten kein Pech. Wir haben die Zeit vorher verloren."
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur verteidigte die Entscheidung. Natürlich habe Hamilton hinter Leclerc Zeit verloren, im entscheidenden Moment sei das Vorgehen aber richtig gewesen. Leclerc sprach von "normalen Diskussionen während eines Rennens".
"Nicht die beste Version von mir"
Mit etwas Abstand schlug Hamilton nun andere Töne an. Der 41-Jährige hörte sich seine Funk- und TV-Aussagen noch einmal an und entschuldigte sich für seinen Auftritt.
"Das war nicht die beste Version von mir. Ich übernehme dafür die Verantwortung, und ich werde es besser machen", erklärte Hamilton. Seine Emotionen seien Ausdruck seines Glaubens an Ferrari und das gemeinsame Projekt: "Der Kampf ist absolut noch nicht vorbei."
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Das gilt besonders für die WM. Hamilton ist nach Zandvoort punktgleich mit Russell, liegt aufgrund der schlechteren weiteren Platzierungen aber auf Rang drei. Auf Spitzenreiter Antonelli fehlen beiden 59 Punkte.
In Monza bietet sich Hamilton die nächste Chance. Antonelli soll dort wegen neuer Antriebsteile eine Startplatzstrafe kassieren. Vor dem Ferrari-Heimspiel muss Hamiltons Team allerdings zunächst das Stallorder-Thema aufarbeiten.
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