Formel 1

Toto Wolff nach Antonelli-Sieg: "Wir werden uns wehren"

Zwei Männer im Mercedes-Teamoutfit stehen nachdenklich in einer Boxengasse.
© Getty Images
Mit seinem zweiten Grand-Prix-Sieg hintereinander hat Formel-1-Weltmeister Lando Norris seine Ansprüche im Titelkampf untermauert.
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Vor der Sommerpause der Motorsport-Königsklasse hatte der Brite souverän in Ungarn triumphiert, am Sonntag steuerte er seinen McLaren zum verdienten Sieg in Zandvoort. Mercedes, in den Niederlanden doppelt auf dem Podest, ist mit Blick auf die zweite Saisonhälfte gewarnt. "Wir werden uns mit Händen und Füßen wehren", kündigte Toto Wolff an.

Der Mercedes-Teamchef war in Zandvoort nach den Plätzen zwei und drei durch Kimi Antonelli und George Russell zufrieden, auch wenn mehr möglich gewesen wäre. "Es hat so ausgesehen, als könnten wir das Rennen gewinnen. Auf dem harten Reifen ist uns dann total die Pace ausgegangen", analysierte der Wiener bei ServusTV. Antonelli war lange in Führung gelegen, musste dann aber mitansehen, wie Norris die große Keramiktrophäe für den Sieg von König Willem-Alexander überreicht bekam.

"Wir haben eindeutig nicht mehr das schnellste Auto im Feld", sagte der WM-Spitzenreiter und ergänzte: "Aber ich habe Vertrauen in das Team." McLaren habe mit dem Upgrade-Paket in Ungarn große Fortschritte erzielt. "Jetzt müssen wir zurückschlagen." Der Italiener baute seine WM-Führung beim Grand Prix in Zandvoort wieder aus, nachdem Russell tags zuvor den Sprint gewonnen hatte. Nach zwölf von 23 Stationen liegt der 19-Jährige jeweils 59 Punkte vor seinem Teamkollegen sowie Lewis Hamilton im Ferrari. Norris hat einen Rückstand von 83 Zählern.

Antonelli mit Handicap

Ein Respektabstand, der in den kommenden Wochen schrumpfen könnte. "Unser Update kommt erst in ein paar Rennen", erklärte Wolff. Außerdem wird Antonelli beim Heimrennen in Monza in zwei Wochen wegen eines Motorenwechsels eine Startplatzstrafe kassieren. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in der Lombardei sind Überholmanöver aber verhältnismäßig einfach zu bewerkstelligen, weshalb sich der Schaden in Grenzen halten könnte.

Drei Formel-1-Fahrer feiern auf dem Siegerpodest, einer hält einen Pokal hoch.
© EPA

Russell blickte zuversichtlich Richtung Monza. "Dort werden wir ein bisschen konkurrenzfähiger sein. Aber bei Ferrari steht auch ein Motoren-Upgrade an", sagte der Brite. Die Scuderia hatte sich in Zandvoort mehr erhofft, am Ende fuhren Hamilton (4.) und Charles Leclerc (5.) auch wegen langsamer Boxenstopps und eines ungünstigen virtuellen Safety Cars knapp am Podium vorbei. "Unser Renntempo war ganz ordentlich, aber unsere Umsetzung nicht perfekt", äußerte sich Ferrari-Teamchef Fred Vasseur kritisch.

McLaren will am Boden bleiben

Norris wollte sich, gefragt nach seinen WM-Ambitionen, nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. "Ich weiß, dass es langweilig klingt, aber ein Rennen nach dem anderen. Es ist nun mal so, es hat keinen Sinn, so weit vorauszudenken", erklärte der Titelverteidiger. Sein Teamchef Andrea Stella sah es mit Blick auf die Gesamtwertung ähnlich: "Der Abstand ist so groß, dass wir uns das nicht einmal anschauen." Der Italiener hob aber hervor, dass die Spitze näher zusammengerückt sei. "Mehrere Fahrer können auf die Pole fahren, ums Podium kämpfen, Siege holen. Wir sehen viele Überholmanöver, es ist eine tolle Saison für die Formel 1", meinte Stella.

Weniger toll verlief das Wochenende für Lokalmatador Max Verstappen. Der Red-Bull-Pilot hatte sich, beflügelt von seiner Vertragsverlängerung beim Austro-Rennstall bis 2030, mehr ausgerechnet. Sein selbst verschuldeter Crash in der ersten Runde auf feuchter Strecke stoppte die Oranje-Party aber jäh. "Vielleicht war ich zu früh am Gas. Es ist schade um das Wochenende", sagte der dreifache Zandvoort-Sieger zerknirscht. Damit verabschiedete sich der viermalige Weltmeister enttäuscht aus Zandvoort - der Dünenkurs an der Nordseeküste verschwindet nach sechs Jahren wieder aus dem F1-Kalender.

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