Tierrettung
Gerettet aus den Flammen: Welche Tiere haben überlebt?
In den Niederlanden, Griechenland und Frankreich kämpfen Helfer derzeit darum, möglichst viele Tiere vor den Flammen zu retten – und kümmern sich um jene, die entkommen konnten.
Niederlande
In der niederländischen Provinz Limburg kommt das Feuer einem Tierpensionsbetrieb gefährlich nahe. Rund 80 Tiere sind dort untergebracht – Hunde, Katzen und Pferde, deren Besitzer teilweise im Urlaub sind. Die Feuerwehr ordnet die Evakuierung an.
Helfer bringen die Tiere in Transporter und Boxen, Pferde werden aus dem Betrieb geführt. Rund 15 Tiere müssen noch in Sicherheit gebracht werden.
"Wir evakuieren jetzt, und in etwa einer halben Stunde müssen wir hier weg. Alle – Tiere, Menschen, einfach alles", sagt der freiwillige Helfer Roger Lemmen.
Griechenland
Während in den Niederlanden vor allem Haustiere schnell aus der Gefahrenzone gebracht werden müssen, geht es in Griechenland bereits um eine weit größere Rettungsaktion.
In Westattika werden Stadien und Sporthallen zu provisorischen Tierheimen. Hunde und Katzen werden dort versorgt, aber auch Nutztiere und Wildtiere. Insgesamt haben die Helfer 210 Haustiere aufgenommen. Dazu kommen unter anderem kleine Wildschweine, Kröten, ein angeschossener Fuchs und Igel.
Die Tierrettung beginnt bereits, als sich abzeichnet, dass sich die Brände unkontrolliert ausbreiten. Tiere werden vorsorglich evakuiert. Selbst als die Flammen bereits ein Dorf erreichen, suchen Helfer weiter nach Tieren, die von Bewohnern oder Feuerwehrleuten gemeldet werden.
120.000 Stremma Wald – umgerechnet rund 12.000 Hektar – sind in der Region verbrannt. Viele Menschen und Tiere haben ihre Lebensgrundlage verloren.
Für die geretteten Tiere geht der Einsatz weiter. Sie brauchen Futter, medizinische Versorgung und einen sicheren Platz. Bei Haustieren kommt eine weitere Aufgabe hinzu: ihre Besitzer zu finden oder ein neues Zuhause für sie zu suchen.
Frankreich
Noch dramatischer sind die Folgen für die Wildtiere, die nicht rechtzeitig fliehen konnten. Das zeigt sich in Frankreich.
In der Region südlich von Bordeaux ist der Tierpark Süd-Gironde zu einem Zufluchtsort für Tiere geworden. Während die Brände über tausende Hektar Wald und Landschaft ziehen, werden dort Tiere versorgt, die dem Feuer entkommen konnten.
Für viele Wildtiere kam die Rettung jedoch zu spät. Amphibien und Schlangen können den Flammen kaum entkommen. Füchse und Dachse ziehen sich instinktiv in ihre Bauten zurück – und können dort vom Feuer eingeschlossen werden. Nachtaktive Tiere suchen Schutz in Baumhöhlen. Auch kleinere Säugetiere, Vögel und Insekten haben kaum eine Chance.
"Es gibt Hunderttausende tote Tiere. Es ist eine Katastrophe", sagt Patrick Meng, der Leiter des Tierparks.
Die Tiere, die fliehen können, sind damit ebenfalls nicht automatisch gerettet. Rehe und Wildschweine schaffen es zwar häufiger, den Flammen davonzulaufen. Auf ihrer panischen Flucht können sie sich verbrennen, vor Autos laufen oder an Zäunen verletzt werden.
Im Tierpark werden deshalb auch Wildtiere aufgenommen und versorgt. Doch je näher die Helfer an die abgebrannten Gebiete kommen, desto deutlicher wird das Ausmaß der Zerstörung: verkohlte Wälder, zerstörte Gebäude und eine Landschaft, in der viele Tiere ihren Lebensraum verloren haben.
Frankreich erlebt nach Angaben von Reuters die schlimmste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen. Allein in der Region Gironde sind bereits fast 42.000 Hektar verbrannt.
Die drei Rettungseinsätze zeigen damit drei verschiedene Seiten derselben Katastrophe: In den Niederlanden müssen Tiere innerhalb von Minuten aus einer Tierpension evakuiert werden. In Griechenland werden hunderte Tiere aus den Brandgebieten gerettet und in Notunterkünften versorgt. Und in Frankreich wird sichtbar, wie viele Wildtiere die Flammen überhaupt nicht überleben.
Für die geretteten Tiere ist das Feuer damit nicht vorbei. Sie brauchen medizinische Versorgung, Futter und sichere Unterkünfte. Wildtiere stehen zusätzlich vor der Frage, ob ihr Lebensraum überhaupt noch existiert. Für die Helfer bleibt die Arbeit auch dann, wenn die Flammen verschwunden sind: Tiere versorgen, Verletzte behandeln und möglichst vielen von ihnen einen sicheren Ort geben.
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