Vogelfang
Singvogelfang im Salzkammergut: VGT dokumentiert Fallen und Lockvögel
Die Singvogel-Fangsaison hat wieder gestartet.
Nach der oberösterreichischen Artenschutzverordnung ist der Fang bestimmter Singvögel im Salzkammergut von Mitte September bis Ende November erlaubt. Der VGT kritisiert diese Praxis seit Jahren und bezeichnet sie als Tierquälerei.
Am ersten Tag der diesjährigen Saison trafen die Aktivistinnen und Aktivisten nach eigenen Angaben auf zwei Vogelfänger im Wald der Österreichischen Bundesforste. An zwei unterschiedlichen Fangplätzen waren demnach einmal acht und einmal sechs Lockvögel in kleinen Käfigen an Bäumen angebracht. Daneben seien insgesamt mehr als 50 Schnappfallen aufgestellt worden.
VGT kritisiert Zahl der Genehmigungen
Der Verein hat nach eigenen Angaben gegen alle 52 neuen Genehmigungen zum Singvogelfang in den Bezirken Wels-Land, Vöcklabruck und Gmunden Beschwerden beim Landesverwaltungsgericht eingebracht. Diese Verfahren seien noch anhängig. 340 Genehmigungen aus dem Vorjahr seien ebenso noch aufrecht. Die betroffenen Wälder gehören den Österreichischen Bundesforsten. Laut VGT erlauben diese den Vogelfang und die damit verbundenen Eingriffe in den Wald ohne finanzielle Abgeltung.
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Wozu dient der Fang der Singvögel?
Beim traditionellen Singvogelfang geht es vor allem darum, bestimmte Singvögel zu fangen und anschließend in Käfigen zu halten. Die Tiere werden dabei unter anderem wegen ihres Gesangs und ihres Erscheinungsbildes gefangen und können über mehrere Jahre in Gefangenschaft gehalten werden.
Befürworter begründen den Fang vor allem mit Brauch und Tradition. In Oberösterreich ist der traditionelle Singvogelfang deshalb unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.
Laut Umfragen lehnt die Mehrheit der Befragten den Singvogelfang ab. Eine Umfrage, die vom VGT in Auftrag gegeben wurde, ergab, dass 75 Prozent der Befragten in Österreich gegen das Einfangen der Singvögel sind.
Streit um Lockvögel
Bei der Kontrolle stellte der VGT nach eigenen Angaben fest, dass die Vogelfänger mehr Lockvögel dabeihatten, als gesetzlich erlaubt sind. Der VGT kündigt deshalb Anzeigen an.
Immer wieder wird die Haltung der Lockvögel in winzigen Käfigen auf Bäumen kritisiert. Nach Ansicht des VGT setze dies die Tiere erheblichem Stress aus, unter anderem weil sie sich in der Nähe ihrer natürlichen Fressfeinde befänden.
Auch der Transport der Vögel in kleinen Käfigen, teilweise über längere Strecken zwischen Tal und Fangplatz, sei problematisch. Der VGT kündigt an, die aus seiner Sicht festgestellten Verstöße umfassend zur Anzeige zu bringen.
VGT-Obperson Martin Balluch war bei der Aktion selbst dabei und berichtet von Gesprächen mit den Vogelfängern.
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