Hightech-Autos, die beim Gasgeben kaum vorankommen: Die Formel 1 blamierte sich am Sonntag beim Startversuch in Sepang. Auf nasser Strecke verloren mehrere Boliden die Leistung, Lewis Hamilton blieb mit seinem Ferrari stehen. Bevor beim nach Malaysia verlegten Bahrain-GP gefahren werden konnte, musste ein Software-Update her.
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Max Verstappen gewann anschließend vor Kimi Antonelli und Hamilton. Doch neben seinem ersten Saisonsieg blieb vor allem das Technik-Chaos hängen. Der Red-Bull-Pilot spottete über "Lego-Power" und beschrieb die unfreiwillige Schleichfahrt so: "Wir fuhren mit ungefähr 35 km/h bergauf und wurden dabei sogar langsamer."
Die Königsklasse hatte Mühe, überhaupt vom Fleck zu kommen. Für die Technik-Blamage erntete man internationalen Spott. Die Daily Mail machte aus der Königsklasse eine 'Formel Farce'.“
Die malaysische New Straits Times schrieb von "peinlichen und beispiellosen Szenen". Corriere dello Sport legte nach: „Was für ein trauriger Anblick für die Formel 1"
Warum die Formel-1-Autos im Regen streikten
Der wegen des Nahost-Krieges nach Sepang verlegte Bahrain-GP begann mit einer Geduldsprobe. Ein heftiger Regenguss verzögerte den Start zunächst um 40 Minuten. Als die Fahrer hinter dem Safety Car losrollten, folgte die nächste Panne: Sie traten aufs Gas, bekamen aber zeitweise keine Leistung.
Laut FIA trafen niedrige Motordrehzahlen, wenig Haftung und die Energieeinstellungen für Regen auf eine ungünstige Streckenkonfiguration. Die Software begrenzte dadurch ungewollt die Leistungsabgabe. Der Startversuch wurde abgebrochen, die Teams mussten ein Update einspielen.
Insgesamt begann das Rennen rund eineinhalb Stunden später als geplant. Erst warten auf besseres Wetter, dann auf funktionierende Software.
Verstappen gewinnt, die FIA muss nachsitzen
"Irgendwann fuhren wir auf der Geraden zu fünft nebeneinander, weil wir nicht verstanden, was da vor sich ging", erzählte Verstappen. Sein Urteil: "Das ist doch nicht das, was man sich für den Sport wünscht, oder?"
Die FIA kündigte eine umfassende Untersuchung mit Teams und Motorenherstellern an.
Als die Technik mitspielte, lieferte Verstappen. Bei wechselnden Bedingungen und einem späten Safety Car behielt er die Kontrolle. Sein 72. Grand-Prix-Sieg war zugleich der erste für den neuen Red-Bull-Ford-Antrieb. Die spanische AS titelte: "Verstappen rettet die Formel 1."
Russell steht im Regen – und muss eine Strafe fürchten
Für George Russell endete der Nachmittag mit einem weiteren Defekt. Kurz vor Schluss blieb der Mercedes-Pilot auf Podestkurs liegen. "Irgendwann kann man nur noch lachen", sagte er.
Nun droht zusätzlich eine Rückversetzung in der Startaufstellung. Sollte der beschädigte Antrieb nicht mehr verwendbar sein, könnte Russell früher als geplant einen neuen Motor benötigen. Mercedes wollte diesen Wechsel eigentlich mit einer geplanten Verbesserung am Aggregat verbinden.
"Da könnte es eine Art Doppelschlag geben", erklärte der stellvertretende Teamchef Bradley Lord. Welche Motoren noch einsatzfähig sind, muss Mercedes erst prüfen. Eine Strafe steht deshalb noch nicht fest.
Antonelli kommt dem ersten WM-Titel näher
Russells Ausfall vergrößerte den Abstand im WM-Kampf erheblich. Antonelli führt mit 320 Punkten, sein Mercedes-Teamkollege liegt bereits 84 Zähler zurück. Der erste Formel-1-WM-Titel ist dem Italiener nur noch schwer zu nehmen. Rechnerisch könnte er ihn frühestens am 25. Oktober in Austin sichern.
Hamilton rettete nach einer missglückten Reifenwahl immerhin noch Platz drei. Ferrari hatte ihn auf Slicks ins zunächst nasse Rennen geschickt. Der Brite fiel weit zurück, arbeitete sich aber wieder aufs Podest.
Weiter geht es auf dem Marina Bay Street Circuit in Singapur am 11. Oktober. Für Russell wäre eine Motorenstrafe gerade dort besonders bitter: Auf dem engen Stadtkurs ist Überholen schwierig.
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