Anita-Berber-Park
Drei Mordversuche in Berlin
Nach der Anklage begann der erste Angriff am 23. April gegen 19.30 Uhr harmlos. Der 20-jährige Tatverdächtige soll zwei Männer, 27 und 29 Jahre alt, im Park um Feuer gebeten oder ins Gespräch gezogen haben. Dann zog er eine Schusswaffe, zielte auf die Oberkörper und drückte ab. Die Waffe versagte. Die Männer rannten zur Hermannstraße. Der Schütze folgte und feuerte mehrfach. Der 27-Jährige erlitt einen Streifschuss am rechten Unterbein.
Frühere Polizeiberichte schildern eine Gruppe von fünf bis sechs Personen, ein Mann soll die Pistole aus einer Bauchtasche gezogen haben. Die Ermittler nehmen Tötungsvorsatz an sowie die Mordmerkmale Heimtücke und gemeingefährliche Mittel.
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Am 2. Mai, gegen 21.35 Uhr, soll derselbe Mann erneut im Park zugeschlagen haben: Aus fünf bis sechs Metern schoss er auf einen damals 17-jährigen, inzwischen 18-jährigen Passanten und einen 25-jährigen Mann. Beide wurden schwer an den Oberschenkeln getroffen. Der Ältere musste notoperiert werden, sein Zustand galt zunächst als kritisch. Hintergrund soll ein Revierstreit um den Drogenhandel gewesen sein: Der Angeschuldigte habe Konkurrenten vertreiben wollen, um selbst ungestört dealen zu können. Die Staatsanwaltschaft wertet das als niedrige Beweggründe.
Gefasst wurde der nun Angeklagte nicht am Tatort, sondern durch einen Zufall: Am 3. Mai soll er mit einem unbekannten Mittäter in der Hasenheide einem Zivilpolizisten das Diensthandy gestohlen haben. Der Beamte bemerkte den Diebstahl und nahm den 20-Jährigen fest. Der leistete Widerstand und führte einen verbotenen Schlagring mit. Erst danach verdichtete sich der Verdacht auf die Schüsse. Ermittelt haben die Sondergruppe Ferrum des Landeskriminalamts und die Ermittlungsgruppe Telum der Staatsanwaltschaft – Einheiten, die Ende 2025 eingerichtet wurden, weil Schussdelikte in Berlin stark zugenommen hatten.
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