VW beliefert

Nächster Firmentod: 730 Jobs weg

In Niedersachsen wird die Produktion beim Autozulieferer Bohai beendet.
© Bohai
Das Unternehmen Bohai in Harzgerode belieferte VW - jetzt muss das Werk endgültig zusperren: Anderthalb Jahre nach dem Insolvenzantrag ist die Suche nach einem Käufer gescheitert.
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Die Gießerei Bohai Automotive und die Weiterverarbeitung von Schlote stellen den Betrieb in Harzgerode und Wernigerode zum 31. Januar 2027 ein. Betroffen sind 550 Arbeitnehmer bei Bohai und etwa 180 bei Schlote – zusammen fallen damit weitere 730 Industriearbeitsplätze weg.

Bohai gießt Aluminiumteile vor allem für Volkswagen. Schlote bearbeitet sie auf demselben Gelände; in Wernigerode sitzt die Getriebe- und Antriebstechnik. Fällt Bohai weg, fehlen Schlote die Aufträge. Ein letzter Interessent mit Sanierungserfahrung sprang ab, weil mit VW keine tragfähige Lösung zustande kam. Gespräche mit Firmen aus Rüstung und anderen Branchen brachten keine neuen Auftragsaussichten.

Über Sozialplan wird verhandelt

Die Produktion lief nur noch dank Millionen von den Großkunden und blieb unterausgelastet. "Leider hat dies mangels zukünftiger Aufträge nicht ausgereicht", sagte Verwalter Olaf Spiekermann. Er dankte der Belegschaft für den Einsatz.

Der chinesische Konzern Bohai hatte 2018 75 Prozent der früheren Trimet Automotive übernommen. Damals zählten Harzgerode und Sömmerda zusammen über 1.000 Beschäftigte. Das thüringische Werk ist bereits geschlossen. Landesregierung und VW suchten mit den Verwaltern nach einem Ausweg. Nun verhandeln Spiekermann und Schlote-Verwalter Manuel Sack mit Betriebsrat und IG Metall über einen Sozialplan. Gewerkschaftssekretär Jan Tomaschefski warnt: Der regionale Arbeitsmarkt könne die Leute nicht schnell aufnehmen. Bürgermeister und Stadt fürchten den Verlust von Kaufkraft und Steuern.

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