Skandalfall

Bundeswehr: Ermittlungen gegen zehn Soldaten

Verteidigungsminister Boris Pistorius
© Getty Images
Jetzt ist bestätigt: Zehn Soldaten eines Sanitätsregiments stehen im Verdacht, in Drogenhandel und sexuelles Fehlverhalten verwickelt zu sein. Ein Vorgesetzter soll auch ein intimes Verhältnis mit einer erst 17-jährigen Rekrutin gehabt haben. Nun reagiert Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
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Im Sanitätsregiment 1 in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) laufen nun umfangreiche Ermittlungen: Nach Informationen des "Spiegel" sollen innerhalb der Einheit Amphetamine und Testosteron gehandelt worden sein. Auch mutmaßliche Sex-Wettbewerbe und Übergriffe gegenüber jungen Soldatinnen werden untersucht.

Im Mittelpunkt steht unter anderem ein Vorgesetzter, der seine dienstliche Machtposition für sexuelle Kontakte zu einer minderjährigen Rekrutin ausgenutzt haben soll.

Die Bundeswehr reagierte mit drastischen Maßnahmen: Neun Verdächtige erhielten Kasernenverbot, sieben wurden vorläufig vom Dienst suspendiert. Acht Disziplinarverfahren laufen, fünf Fälle wurden bereits der Staatsanwaltschaft übergeben.

Nicht der erste Skandal

Verteidigungsminister Pistorius bezeichnete die Anschuldigungen bei einem Truppenbesuch auf Kreta als "widerwärtig", sollten sie sich bestätigen. Er kündigte eine konsequente strafrechtliche Verfolgung möglicher Täter an.

Ins Rollen kamen die Ermittlungen offenbar nach einem eindringlichen Appell von Generalinspekteur Carsten Breuer, der im September vor zunehmenden Meldungen über sexualisiertes Fehlverhalten gewarnt hatte.

Bereits zuvor hatte ein Skandal um Drogen, Rechtsextremismus und sexuelle Übergriffe beim Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken die Bundeswehr erschüttert.

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