Rücklagen schmelzen

Bundestheater zittern vor hartem Sparkurs

Die Wiener Staatsoper bei Abenddämmerung, außen angestrahlt und von Straßen umgeben.
© APA/GEORG HOCHMUTH
Die Bundestheater müssen sparen. Die Rücklagen sollen in drei Jahren bereits aufgebraucht sein.
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Die Bundestheater Holding - sie umfasst Burgtheater, Staats- und Volksoper - muss sparen. Schon im Februar erklärte der Geschäftsführer Christian Kircher, dass die Rücklagen bald aufgebraucht sein werden. Auch Schließtage, die Reduktion von Spielstätten und großflächiger Personalabbau seien möglich, so Kircher damals.

Im April übernahm dann Sonja Hammerschmid an der Bundestheater-Spitze. Sie kündigte intensive Verhandlungen mit dem Burgtheater, Staats- und Volksoper an. Auch "digitale Transformationsprozesse" sowie künstliche Intelligenz könnten "Ressourcen freispielen".

Zwei Personen stehen an Rednerpulten bei einer Pressekonferenz des österreichischen Kulturministeriums.
Babler mit Bundestheater-Chefin Sonja Hammerschmid. © APA/HELMUT FOHRINGER

Basisabgeltung bleibt gleich

Seit dem Beschluss des Doppelbudgets 2027/28 ist jedenfalls klar: Die Basisabgeltung für die Bundestheater bleibt auf gleicher Höhe. Der zuständige Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) sprach im Budgetausschuss von einem "Kunststück", das gelungen sei. Das Problem: Kircher erklärte bereits im Februar, dass die Basisabgeltung "schon derzeit nicht ganz ausreicht, um unser Geschäft zu finanzieren". Und: Eine Erfüllung des derzeitigen kulturpolitischen Auftrags bei gleicher oder geringerer Basisabgeltung werde künftig nicht möglich sein.

Mit der fixierten Basisabgeltung kündigte Hammerschmid jedenfalls an, dass die "Ein- und Mehrjahresplanungen" finalisiert werden können, die dann Ende Juni dem Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgelegt werden sollen.

Rücklagen in drei Jahren aufgebraucht

oe24 fragte bei der Bundestheater-Holding nach, wie jetzt - die Ein- und Mehrjahresplanung soll ja bereits finalisiert worden sein - der Stand der Dinge ist. Die Antwort: Durch die gleichbleibende Basisabgeltung bestehe Planungssicherheit. "Dadurch kann der im Bundestheatergesetz verankerte kulturpolitische Auftrag weiterhin erfüllt werden. Schließtage sowie die Schließung von Spielstätten in den nächsten zwei Jahren sind damit abgewendet." Das große Aber ist allerdings das dritte Jahr. Das sei eine "zu überwindende Hürde". Denn: Bis dahin werden die vorhandenen Rücklagen aufgebraucht sein. Daher werde man mit dem Kulturminister rechtzeitig das Gespräch suchen.

Trotz abgewendeter Schließtage und Ähnlichem stehen die Bundestheater vor "erheblichen finanziellen Herausforderungen". Vor allem kollektivvertraglich bedingte Personalkostensteigerungen und laufende Indexanpassungen (Inflation) müssen "budgetär Bedeckung finden", heißt es von der Holding. "Signifikante Einsparungen" soll es durch Effizienzsteigerungen in der Verwaltung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz geben.

Droht Kündigungswelle?

Und droht eine Kündigungswelle? Auf explizite oe24-Anfrage heißt es: "Es sind keine Kündigungswellen geplant, Nachbesetzungen von natürlichen Abgängen (Pensionierungen) werden ausführlich geprüft."

Eine oe24-Anfrage an das Büro Bablers blieb bisher unbeantwortet.

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