Affären

Thurnher: Kontaktverbot für den geschassten ORF-Boss

Ein Mann im blauen Anzug steht mit missmutigem Gesichtsausdruck in einem Innenraum.
© Starpix / A. Tuma
Schöber darf ORF-III-Mitarbeiter nicht ansprechen ++ Was ihm vorgeworfen wird
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oe24 hatte es schon am frühen Mittwochnachmittag berichtet: ORF-III-Co-Geschäftsführer Peter Schöber ist wegen Compliance-Vorwürfen abberufen und beurlaubt worden. Die alleinige ORF-III-Geschäftsführung obliegt nun bis auf Weiteres Kathrin Zierhut-Kunz, die Programmverantwortung bei Lou Lorenz-Dittlbacher.

"Die Prüfung der gegen ORF-III-Geschäftsführer Peter Schöber erhobenen Vorwürfe durch die ORF-Compliance-Stelle sowie externe Expertinnen und Experten ist abgeschlossen", so der ORF. "Sie kommt zum Ergebnis, dass in vielfacher Hinsicht Verhaltensweisen gezeigt wurden, die mit der Funktion einer Führungskraft im ORF nicht vereinbar sind."

Zwei Frauen in eleganten Hosenanzügen stehen nebeneinander und lächeln in die Kamera.
Lou LLorenz-Dittlbacher hat jetzt die Programmverantwortung. Ingrid Thurnher hat Peter Schöber beurlaubt. © Starpix / A. Tuma

Thurnher griff beinhart durch

Aus diesem Grund habe ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher Schöber mit sofortiger Wirkung abberufen und beurlaubt. Gespräche über sein Ausscheiden aus dem ORF wurden demnach aufgenommen. Weitere Details der Compliance-Untersuchung könne der ORF aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht kommentieren.

Vorwürfe: Verbale Entgleisungen, Mobbing und Interventionen

Schöber, dem verbale Entgleisungen, Mobbing und Interventionen vorgeworfen wurden, hatte im Frühjahr mittels Antrag auf eine einstweilige Verfügung beim Arbeits- und Sozialgericht Wien zu verhindern versucht, dass der Stiftungsrat den Compliance-Bericht einsieht, womit er keinen Erfolg hatte. Das Gericht betonte damals die Verpflichtung der ORF-Räte zur Verschwiegenheit. Die Gefahr allein, dass Verschwiegenheitspflichten verletzt werden könnten, würde keinen Anspruch auf Unterlassung der Offenlegung begründen.

Kein Kontakt mit der Belegschaft

Wie Thurnher in einer E-Mail an die Belegschaft schrieb, sei Schöber angewiesen worden, von einer Kontaktaufnahme mit Mitarbeitenden abzusehen. "Sollte es zu Kontaktaufnahmen kommen, bitte ich um eine entsprechende Meldung", schrieb Thurnher.

Grüne: "Entscheidung längst überfällig"

Die Grüne Mediensprecherin und stellvertretende Klubobfrau Sigrid Maurer begrüßte die Abberufung und Beurlaubung am Mittwoch: "Diese Entscheidung ist längst überfällig. Es ist gut, dass die ORF-Führung endlich konsequent gehandelt hat", so Maurer. Dies sei "ein wichtiger Schritt, damit der ORF als öffentlich-rechtliches Medium seine Glaubwürdigkeit zurückgewinnen kann". Zugleich forderte sie die Stiftungsräte Heinz Lederer, Gregor Schütze und Peter Westenthaler auf, "endlich die Konsequenzen zu ziehen und zurückzutreten".

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