30 Polizisten verletzt

Barcelona: Wohnungs-Protest wird zur Straßen-Schlacht

Menschen protestieren nachts in Barcelona, Müllcontainer brennen auf der Straße.
© EPA
Eine Großdemo für das Recht auf Wohnen ist in Barcelona nach einem zunächst friedlichen Verlauf eskaliert. Vermummte errichteten Barrikaden, warfen Gegenstände auf die Polizei und setzten Container in Brand. 
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Rund 20.000 Menschen nahmen laut der Stadtpolizei Guardia Urbana an der Demonstration teil. Die Veranstalter sprechen sogar von rund 120.000 Teilnehmern. Aufgerufen hatte der Mieterverband Sindicat de Llogateres gemeinsam mit weiteren Initiativen.

Große Menschenmenge protestiert nachts in Barcelona mit Banner für das Recht auf Wohnen.
© EPA

Die Demonstranten protestierten gegen steigende Mieten und Immobilienspekulation.Sie forderten Maßnahmen, die Wohnen leistbarer machen sollen, und riefen zu einem landesweiten Generalstreik für das Recht auf Wohnen auf.

Der Protest war ursprünglich für das Wochenende geplant, musste wegen heftiger Regenfälle und Unwetterwarnungen in Katalonien aber verschoben werden.

Nach Ende der Demo eskaliert die Lage

Der Marsch verlief zunächst ohne größere Zwischenfälle und wurde gegen 21.30 Uhr offiziell beendet. Die Polizei forderte die verbliebenen Menschen anschließend über Lautsprecher auf, den Bereich am Passeig de Gràcia und der Gran Via zu verlassen.

Danach kippte die Stimmung. Gruppen von Vermummten warfen laut Polizei unter anderem Steine, Pflastersteine, Glasflaschen und weitere Gegenstände auf die Einsatzkräfte.

Barrikaden und brennende Container

Zwei Personen mit kommunistischer Flagge stehen vor brennender Mülltonne bei einer nächtlichen Demonstration.
© APA/AFP/MANAURE QUINTERO

In mehreren Straßen wurden Barrikaden errichtet – unter anderem aus Müllcontainern, Absperrgittern, Fahrrädern und Baumaterial von Baustellen. Die Mossos rückten gegen die Gruppen vor.

Die Ausschreitungen breiteten sich anschließend bis zur Plaça de Catalunya und auf die Rambla aus. Dort wurden weitere Gegenstände geworfen und Container sowie anderes Material angezündet. Insgesamt registrierte die Polizei 28 Barrikaden und 22 Brände.

Die Feuerwehr musste die Brände unter Polizeischutz löschen. Bei einem Brand in der Carrer Casp wurde auch ein geparktes Auto beschädigt.

13 Festnahmen – 30 Polizisten verletzt

Nach Angaben der Mossos wurden 13 Personen wegen öffentlicher Unruhen festgenommen. Unter den Festgenommenen befindet sich auch eine Minderjährige. Zwölf weitere Festgenommene sind erwachsene Männer.

Außerdem wurden 30 Beamte der katalanischen Polizei leicht verletzt. Wie viele Demonstranten bei den Ausschreitungen verletzt wurden, ist bislang nicht bekannt.

Die Unruhen dauerten bis etwa Mitternacht. Die Polizei setzte bei den Einsätzen unter anderem Schaumstoffgeschosse ein.

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