Ärger mit FIFA
Kriegsbanner-Eklat: Diese Strafe droht Argentinien
Ihre emotionale Jubelfeier nach dem 2:1-Sieg im WM-Halbfinale gegen England könnte argentinischen Spielern noch Ärger einbringen. Lisandro Martinez und Giovani Lo Celso hielten im Stadion ein Transparent hoch mit der Aufschrift "Las Malvinas Son Argentinas" ("Die Falklandinseln gehören zu Argentinien"). Das FIFA-Reglement untersagt das Verbreiten von politischen und religiösen Botschaften im Rahmen der WM. Eine Stellungnahme des Weltverbandes gab es zunächst nicht.
"Und sie werden immer argentinisch sein", erklärte Mittelfeldspieler Leandro Paredes, als er auf das Plakat angesprochen wurde. "Wir waren uns bewusst, was dieses Spiel für dieses Land bedeutete. Wir haben versucht, unser Land und all jene, die diesen traurigen Moment unserer Geschichte miterlebt haben, zu repräsentieren, damit sie sich mit uns identifizieren und wir ein positives Bild vermitteln konnten", sagte der Argentinier weiter.
FIFA am Zug
Im vor dem Turnier veröffentlichten Stadionverhaltenskodex der FIFA ist klar festgelegt, dass Banner, Fahnen, Flugblätter, Kleidungsstücke und andere Gegenstände mit politischem, anstößigem oder diskriminierendem Inhalt in den Stadien untersagt sind.
Bereits im Jahr 2014 war der argentinische Fußballverband wegen eines ähnlichen Vorfalls sanktioniert worden. Damals verhängte die FIFA eine Geldstrafe von 30.000 Schweizer Franken (rund 32.500 Euro), nachdem Nationalspieler vor einem Freundschaftsspiel gegen Slowenien mit einem Transparent derselben Botschaft posiert hatten. Auch dieses Mal ist mit einer Geldstrafe zu rechnen. Konsequenzen oder sogar Sperren für Spieler sind nicht zu erwarten.
Britisches Überseegebiet wird von Argentinien beansprucht
Das britische Überseegebiet wenige hundert Kilometer vor der Spitze Südamerikas wird seit Jahrzehnten auch von Argentinien beansprucht. Am 2. April 1982 hatte der Krieg um die Falklandinseln, die im argentinischen Sprachgebrauch nur als Malvinas bezeichnet werden, mit der Besetzung durch argentinische Soldaten begonnen. Gut 900 Soldaten hatten in der militärischen Auseinandersetzung über 74 Tage ihr Leben gelassen, fast zwei Drittel davon waren Argentinier gewesen.
Highlights: England vs. Argentinien
© ORF
Argentiniens Vizepräsidentin Victoria Villarruel hatte vor der Partie einmal mehr an den Falkland-Krieg erinnert. Gegen England gehe es immer um mehr, sagte sie. Villarruels Äußerungen standen im starken Kontrast zu denen des argentinischen Teamchefs Lionel Scaloni, mehreren Spielern und auch Kriegsveteranen, die versucht hatten, die politische und historische Bedeutung des Spiels herunterzuspielen.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden