Serie reißt nicht ab

Angst vor Teenie-Einbrechern im Nordbahnviertel

Zerbrochene Schaufensterscheibe eines Paul Mitchell Friseursalons mit Glasscherben auf dem Boden.
© ORF
Gleich mehrere Geschäfte sind innerhalb weniger Tage erneut zum Ziel von Einbrechern geworden. Im Nordbahnviertel wächst die Sorge, die Polizei verstärkt jetzt ihre Kontrollen.
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Zertrümmerte Schaufenster, ausgeräumte Kassen und verunsicherte Geschäftsleute. Im Nordbahnviertel in der Leopoldstadt nimmt eine Einbruchsserie kein Ende. Laut Polizei sind mittlerweile gut ein Dutzend Fälle bekannt, die meisten davon in den vergangenen Tagen. Allein in einer der Nacht auf Sonntag wurden sechs weitere Einbrüche gemeldet. Die Ermittler vermuten vor allem Jugendliche hinter den Taten, viele dürften noch nicht einmal 14 Jahre alt sein.

Einbrecher schlagen immer wieder zu

Das Vorgehen ist meist ähnlich. Die Täter schlagen die Scheiben von Geschäftslokalen ein und suchen anschließend nach Bargeld oder Gegenständen, die sich rasch mitnehmen lassen. Betroffen sind unter anderem Gastronomiebetriebe, ein Fitnessstudio und ein Friseursalon.

Auch die Spaghetteria Il Mercato in der Vorgartenstraße ist ins Visier der Einbrecher geraten. Die Täter erbeuteten rund 1.000 Euro Bargeld und ein iPad. Eine Überwachungskamera hat den Einbruch aufgezeichnet. Auf den Bildern sind augenscheinlich Jugendliche zu erkennen.

Besonders schlimm hat es die "Sorso Bar" auf der Bruno-Marek-Allee erwischt. Dort wurde innerhalb einer Woche gleich dreimal eingebrochen. "Die ganze Nachbarschaft ist extrem geschockt", erklärt Betreiber Vehbi Esmek gegenüber dem ORF. Er überlegt bereits, gemeinsam mit anderen Geschäftsleuten eine private Sicherheitsfirma zu engagieren.

Auch ein Friseursalon in der Walcherstraße ist innerhalb weniger Tage zweimal zum Ziel geworden. Während die Einbrecher beim ersten Mal die Kasse ausräumten, verschwanden bei einem weiteren Einbruch unter anderem Scheren und Haarfarben. Weitere betroffene Betriebe sind das "Vogel Kaffee" und der "Weinshop Weinrudi", wo die Täter 280 Euro Wechselgeld erbeuteten.

Viele Verdächtige noch unter 14 Jahren

Überwachungskamera zeigt zwei maskierte Personen nachts in einem dunklen Restaurant im Nordbahnviertel.
Überwachungskamera zeigt Einbrecher nachts in der Spaghetteria Il Mercato. © Spaghetteria Il Mercato

Die Polizei geht davon aus, dass Jugendliche in wechselnden Gruppen hinter den Einbrüchen stecken. Dabei gehen die Täter offenbar teilweise völlig wahllos vor. Laut Polizeisprecher Markus Dittrich verwenden sie mitunter Nothämmer aus Bussen, um die Scheiben einzuschlagen. Ob sich in den Geschäften überhaupt etwas Wertvolles befindet, wissen sie häufig nicht.

Besonders schwierig gestaltet sich für die Ermittler das Alter der mutmaßlichen Täter. "Zum Teil sind Jugendliche bereits angehalten worden. Es handelt sich großteils um unmündige Minderjährige, das heißt unter 14 Jahren", so Dittrich in der ORF-Sendung "Wien heute". Da Kinder unter 14 Jahren in Österreich nicht strafmündig sind, sind die Möglichkeiten der Polizei begrenzt. Ob einzelne Verdächtige für mehrere Einbrüche verantwortlich sind, ist ebenfalls noch offen. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen.

Polizei verstärkt Kontrollen im Grätzl

Bereits seit August ist die Exekutive im Nordbahnviertel verstärkt auf Streife. Angesichts der jüngsten Häufung sollen die Kontrollen nun nochmals ausgeweitet werden. Für die betroffenen Geschäftsleute gibt es zudem eine Gelegenheit, ihre Sorgen direkt bei der Polizei anzusprechen. Am Donnerstag, 15. Oktober, findet um 18.30 Uhr ein Stammtisch mit der Grätzlpolizei statt. Veranstaltungsort ist das Foyer der HausWirtschaft in der Bruno-Marek-Allee 5.

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