Nach Substanzanalyse Gespräche mit ÖFB

Bis Jahresende entscheidet sich Zukunft des Ernst-Happel-Stadion

© OE24

Triumph für Bon Jovi: 55.000 Fans feiern Wien-Comeback. Über zwei Stunden Rock-Party.
 
Konzert-Hit. „Das fühlt sich wie ein Heimspiel an!“ Nach sechs Jahren Pause rockten Bon Jovi endlich wieder in ­Österreich. Gestern feierten 55.000 Fans die spektakuläre This House Is Not For Sale-Show im Happel-Stadion. Nach zwei Tagen Sightseeing-Programm in Wien startete Jon Bon Jovi (57) pünktlich um 20.30 Uhr mit This House Is Not For Sale das Hitfeuerwerk.
 
„Lange Nacht“. „Wir waren lange nicht da. Es gibt viel nachzuholen. Macht euch auf eine lange Nacht gefasst“, gab er zu You Give Love A Bad Name das Motto vor und hielt weit über zwei Stunden lang Wort.
 
BonJovi in Wien jetzt auf
 einer Stufe mit den Stones
 
Mit 21 Rock-Hymnen wie Runaway, Bad Medicine oder Livin’ on a Prayer, dem berühmten Popowackeln und einer bombastischen Video-Show. Bei Have A Nice Day ließ man die Bühne sogar in Rot-weiß-Rot erstrahlen, zu Bed of Roses gab’s ein Tänzchen mit einem Girl aus dem Publikum und bei Lay Your Hands On Me tauchte er sogar in der Fanmenge unter. Wien dankte es mit 100-prozentiger Textsicherheit und verwandelte zu Amen das ganze ­Stadion in ein Licht­ermeer. Gänsehaut-Stimmung - auch wenn der Hit I'll Sleep When I'm Dead gestrichen wurde. 
 
Wie die Stones. Über die auffälligen Stimmschwächen wurde lässig hinweg gelächelt. Vor allem von Jon Bon Jovi selbst. Wohl auch mit dem Wissen, dass er in Wien sogar sein großes Idol Mick Jagger eingeholt hat: Bon Jovi füllten zum fünften Mal das Happel-Stadion. Das schafften bislang nur die Rolling Stones.
 
So feierten Fans und VIPs ihre Rock-Idole
 
Stimmung. Kesse Biker-Girls,wilde Hardrocker und doch viele Väter mit ihren Söhnen - bunt gemischtes Publikum bei Bon Jovi. Bereits in den frühen Morgenstunden campierten die ersten Fans vor dem Happel-Stadion. Fast jeder griff zum Konzert-Extra von ÖSTERREICH. Auch die VIP-Tribüne war top besetzt – unter anderem mit ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner.

Das im Besitz der Stadt befindliche Ernst-Happel-Stadion im Wiener Prater ist in die Jahre gekommen. Ob bzw. welche Renovierungsmaßnahmen gesetzt werden, ist noch unklar.
OE24 auf Google bevorzugen

Dies wird von einer Substanzanalyse abhängen, die derzeit durchgeführt wird. Sie soll zum Jahresende vorliegen, wie der Wiener Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Mittwoch in der Fragestunde des Gemeinderats erläuterte. Auch einen Partizipationsprozess mit ÖFB sowie Konzertveranstaltern soll es geben.

Der Österreichische Fußball-Bund hat zuletzt wiederholt den Wunsch nach einer moderneren Arena geäußert. Inwiefern er erfüllt wird, ist offen. Das künftige Vorgehen könne frühestens nach Vorliegen der Ergebnisse der baulichen Gesamtanalyse beurteilt werden, betonte Hacker. Diese gelte es "logischerweise" abzuwarten. Er rechne damit, dass die Untersuchung Ende 2023 abgeschlossen wird, wobei Verzögerungen bei technischen Analysen nie völlig ausgeschlossen seien, wie er hinzufügte.

Zugleich wies der Stadtrat einmal mehr darauf hin, dass etwa Länderspiele der Fußball-Nationalmannschaft keine Umsatzbringer sind. Mit diesem Geld könne man das Stadion nicht erhalten. Tatsächlich würden Veranstaltungen, mit denen etwas verdient wird, dafür sorgen, dass Länderspiele stattfinden könnten, führte er aus. Groß ist der Andrang vor allem bei Konzerten.

Künftige Schritte werden gemeinsam besprochen

Nun sei es aber einmal wichtig, einen "wirklichen Erkenntnisgewinn" zu bekommen. Hacker wies jedoch auch darauf hin, dass das Gebäude denkmalgeschützt ist. Das gelte auch für das Dach. "Den Denkmalschutz werden wir da nicht wegkriegen", gab der Ressortchef - auch im Hinblick auf einen möglichen Neubau - zu bedenken.

Die künftigen Schritte sollen jedenfalls gemeinsam mit allen Nutzern besprochen werden. Im Herbst oder Anfang nächsten Jahres wird ein Partizipationsprozess mit Konzertveranstaltern, dem ÖFB oder auch den großen Fußballvereinen bzw. Veranstaltern von anderen Sportevents starten. Dabei solle geklärt werden, was sich die unterschiedlichen Nutzergruppen wünschen und was man weiterentwickeln könne, so Hacker. Alle künftigen Schritte müssten jedoch unter der Prämisse der Finanzier-und Leistbarkeit erfolgen, hielt er fest.

Auch gegen eine Unterstützung durch die Bundesregierung hat man im Rathaus nichts einzuwenden. "Wenn sich der Bund engagiert, dann ist mir das recht", sagte Hacker. Er sei für Investitionen von dieser Seite "sehr aufgeschlossen".

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden