Die ORF-Wahl 2006 löste ein Trauma bei der ÖVP aus. Damals bastelte Alexander Wrabetz eine "Regenbogenkoalition" - Rot, Grün und damals BZÖ -gegen die ÖVP. Diese hatte 2001 mit Schwarz-Blau Monika Lindner und Werner Mück im ORF installiert.
Und wollte 2006 die Wiederwahl. Wrabetz und die Regenbogenkoalition machten diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Viele in der ÖVP glaubten später, dass das den Anfang vom Ende der ÖVP als Nummer eins eingeleitet hatte.
Bereits in Koalitionsverhandlungen ging es um ORF
2016 wiederum versuchte die ÖVP das umgekehrte Spiel. Damals war Wrabetz General und von der SPÖ unterstützt, die ÖVP wollte - trotz aufrechter rot-schwarzer Koalition -einen anderen General und stimmte für Richard Grasl, damals kaufmännischer Direktor des ORF. Wrabetz siegte.
In den Koalitionsverhandlungen 2019 sah die ÖVP erstmals die Chance auf eine absolute Mehrheit im ORF-Stiftungsrat. Jenem Gremium, das den ORF-General wählt. Der türkise Medienverhandler - später auch formaler Medienbeauftragter von Kanzler Sebastian Kurz -spielte seine Karten geschickt. Er verhandelte mit den Grünen einen Schlüssel -die Regierung entsendet Stiftungsräte ebenso wie die Parteien und Bundesländer. Fünf formale ÖVP-Regierungsstiftungsräte und zwei Grünen-Stiftungsräte wurde paktiert. Dazu erhielt die ÖVP das Recht, zwei "Unabhängige" zu entsenden. Diese wurden eben auch mit ÖVP-Nahen besetzt.
Im März 2020 hatte die ÖVP endgültig Mehrheit
Coup. Im März 2020 konstituierte sich der ORF-Stiftungsrat und prompt hatte die ÖVP de facto 18 der 35 ORF-Stiftungsratsstimmen und damit die absolute Mehrheit. Wenige Tage später brach die Coronavirus-Pandemie über Österreich herein. Keiner schaute auf die Mehrheit im ORF. Bis die ÖVP im Sommer 2021 den Grünen signalisierte: Wir können Roland Weißmann alleine zum General wählen. Schlussendlich stimmten die Grünen dann doch mit der ÖVP.
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