Leonie geschlagen, erwürgt, erstochen

Schwangere im Blutrausch hingerichtet

Mord Leonie Bild
© APA/MARIO B?HNER
Der 16. Frauenmord dieses Jahres an Leonie in Graz war ein klassischer „Overkill“.
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Steiermark. Was da am Montagabend im 2. Stock des Mehrparteienhauses an der Max-Mell-Allee in Graz Gleidorf geschehen ist, nennen Kriminologen eine „Übertötung“. Der Mörder hatte gegenüber seinem Opfer viel mehr Gewalt angewendet, als zur Tötung notwendig ­gewesen wäre.

Leonie B., eine 17-jäh­rige angehende Tierarzthelferin, wurde mit einer Bratpfanne brutal niedergeschlagen. Der Mörder würgte sie bis zur Bewusstlosigkeit, stach ihr anschließend mit einer Schere in Hals und Nacken, um der Jugendlichen, die im vierten Monat schwanger war, anschließend auch noch die Kehle mit einem Messer zu durchtrennen. Bevor er ging, legte er Leonie einen Polster auf den Kopf.

"Leonie hat gelebt, als ich gegangen bin"

Für die Kripo-Ermittler vor Ort war schnell klar: Der Overkill war ein Zeichen für die besonders ­große Wut und Aggression des Angreifers, die „Mehrfachtötung“ wies eindeutig auf eine engere Beziehung zwischen Täter und Opfer hin. Häufig sind die Mörder in solchen Fällen noch sehr jung.
Das passte alles auf Michael K., einen 19-jährigen gebürtigen Grazer, den seine Freunde „Mike“ nennen. Der Sohn eines Feuerwehrmannes und einer Kellnerin ist zurzeit arbeitslos. Leonie kannte er seit Jahren, die beiden führten eine On-Off-Beziehung, ein reguläres Paar sollen sie laut seiner Aussage nicht gewesen sein.

Festnahme

Michael K. wurde in der Wohnung seiner Eltern festgenommen, quasi in seinem alten Kinderzimmer. Er gab zu, am Montagabend bei Leonie gewesen zu sein und dass er bei ihr übernachten wollte. Es scheiterte angeblich an einem Streit der jungen Leute. Mit dem Mord will er jedoch nichts zu tun gehabt haben: „Leonie hat gelebt, als ich ging“, sagte er aus.

Gleichzeitig bestätigte er, der Vater des ungeborenen Babys gewesen zu sein. In der Schwangerschaft Leonies scheint der Schlüssel zur Aufklärung des Verbrechens zu liegen. Die unendliche Wut bei der Tötung könnte darauf hindeuten, dass der Täter gerade erst von der Schwangerschaft erfahren hatte oder die Geburt eines Babys kategorisch ablehnte. Leonie dagegen freute sich auf das Kind. In ihrer kleinen Wohnung stand bereits ein Wickeltisch.

Seine Einvernahmen durch die Kripo sind abgeschlossen. Er bestreitet weiterhin, es gilt die Unschuldsvermutung.

16 von 15 Verbrechen getötet

Wien. Mittlerweile seit Jahren arbeitet die Politik an der Lösung des Pro­blems – ohne Erfolg. Auch heuer ist Österreich auf dem besten Weg, eine traurige Spitzenposition zu verteidigen. Nirgends in der EU werden prozentual mehr Frauen zu Opfern von Gewaltverbrechen. Heuer wurden schon 16 bei 15 Verbrechen getötet. Es begann im Jänner in Steyr, als ein Pensionist (73) seine Frau nach jahrzehntelanger Ehe umbrachte: „Ich habe sie einfach nur noch gehasst“, sagte er.

Bestattung im August

Über die Landesgrenzen hinaus sorgte der Doppelmord von Salzburg für Schlagzeilen. Ein verkrachter Privatdetektiv erschoss Tante und Cousine von TV-Star Stefan Mross (ARD, Immer wieder sonntags).Erst vor wenigen Wochen starb in Wien die 13-jährige Schülerin Leonie aus Tulln. Afghanische Flüchtlinge sollen sie unter Drogen gesetzt und missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Vergewaltigung mit Todesfolge, einer der mutmaßlichen Täter ist nach wie vor flüchtig. Erst Anfang August soll Leonie in ihrer Heimat bestattet werden.

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