Exklusiver Ausblick
So wird das Finanzjahr 2021
Die weltweit herrschende Corona-Pandemie ging auch am Finanzmarkt nicht spurlos vorüber. Während Gold ein absolutes Rekordjahr hinlegte, sorgte das Virus auf der ganzen Welt für den größten Wirtschaftseinbruch der letzten Jahrzehnte. Auch 2021 wird Corona den Markt definitiv prägen. Im Folgenden fassen wir die Schwerpunkte und Erwartungen zum Thema Geld im nächsten Jahr für Sie zusammen.
Rückblick
Tatsache ist, dass die durch das Corona-Virus hervorgerufene Krise in manchen Aspekten sogar schlimmer war als die massive Weltwirtschaftskrise zum Ende der 1920er und im Verlauf der 1930er Jahre. Die Konjunktur zum Beispiel ging heuer in wesentlich mehr Ländern zurück, als dies damals der Fall war. Dennoch blieben die Börsen dieses Jahr vergleichsweise entspannt. Die ambivalente Entwicklung der Kurse im Jahr 2020 zeigt sich vor allem dann, wenn man die Entwicklung der Aktien nach deren massiven Rezessionen im Frühjahr betrachtet. So erholten sich diese in den Sommermonaten nicht nur, sondern erreichten teilweise sogar neue Höchststände. Auch wenn die heimischen AnlegerInnen mit den steigenden Infektionszahlen im Herbst wieder zunehmend nervös reagierten, fällt die Bilanz eher gemäßigt aus. Aus der Sicht von europäischen AnlegerInnen hat ein Weltaktiendepot laut MSCI-Index ein Minus von sieben Prozent hingelegt. Angesichts des überaus erfolgreichen Vorjahres und des massiven Konjunktureinbruchs, ist dieser Wert erstaunlich niedrig.
Jahr der Vorsicht
Als Gründe für die moderate Jahresbilanz können einerseits die Erfolge bei den Impfstoffen genannt werden, andererseits aber auch die Tatsache, dass viele InvestorInnen den Einbruch als schmerzhaften Einmaleffekt ansehen. Für das kommende Jahr kann man bereits jetzt vorhersagen, dass die InvestorInnen am Markt vermutlich sehr vorsichtig reagieren werden. So wird im Frühjahr vieles davon abhängen, wie sich der neue US-Präsident Joe Biden abseits der Wahlversprechen verhalten wird. Zusätzlich sollten AnlegerInnen jedoch auch über tagesaktuelle Themen hinaus blicken und langfristige Entwicklungen in ihre Entscheidungen mit einbeziehen. Wirft man den Blick auf die Zukunft, so führt kein Weg an nachhaltigem Wirtschaftsmanagement vorbei. Neben der Pandemie, hat die Nachhaltigkeit das Jahr 2020 massiv geprägt und wird dies wohl auch in den kommenden Jahren verstärkt tun. Insgesamt wir das Jahr 2020 aber wohl ein Jahr der Vorsicht werden. AnalystInnen und BankerInnen empfehlen, dass man vor allem bei konjunktursensiblen Aktien weiterhin eher abwarten sollte. Aus diesem Grund wurde vor allem die heimische Wiener Börse im Jahr 2020 stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Gewinne der ATX-Unternehmen werden laut Schätzungen heuer um über 50 Prozent einbrechen. Hier besteht 2021 naturgemäß Aufholpotential.
Langfristige Folgen
Für SparerInnen werden die Folgen der Krise wohl noch länger zu spüren sein. Wenn die Inflation erwartungsgemäß wieder zunimmt, wird auch die Kaufkraft des langfristig gesparten Vermögens zu einem Problem. Zusätzlich erwähnen FinanzexpertInnen, dass wir ab sofort lernen müssen, mit dem Niedrigzinsniveau zu leben. Vor allem mit Bargeld oder Anleihen werden die Erträge minimal ausfallen. Somit sind InvestorInnen wohl gezwungen in Aktien zu investieren. Hierbei sollte man jedoch unter allen Umständen zwischen den verschiedensten Branchen unterscheiden. So wird Unternehmen aus den Technologie- oder Digitalisierungsbranchen aktuell eine rosige Zukunft vorhergesagt. Auch der Gesundheitsbereich wird nach Beendigung der Pandemie wohl weiterhin gewinnbringend sein. Bei Betrieben aus dem Tourismus- oder Luftfahrtsbereich stehen aktuell große Fragezeichen. Für diese krisengeschüttelten Branchen wird wohl auch das Jahr 2021 zu einer erneuten Härteprobe. Des Weiteren sagen Analysten voraus, dass Banken mit Krediten mit hohem Ausfallsrisiko zu kämpfen haben werden.
Gold, der Gewinner in unsicheren Zeiten
Das heurige Krisenjahr brachte eine Rekordnachfrage nach Gold mit sich. Somit hat sich einmal aufs Neue gezeigt, dass Edelmetalle in unsicheren Zeiten heiß begehrt sind. Der Bedarf konnte in diesem Jahr kaum gedeckt werden. Im Sommer wurde sogar der bisherige Goldpreisrekord in US-Dollar gebrochen. Aber auch andere Edelmetalle standen laut den Anbietern heuer überdurchschnittlich hoch im Kurs. Vor allem bei Silber wird in den kommenden Monaten noch ein großer Anstieg erwartet. Studien zeigten jedoch, dass Gold sich vor allem in Österreich großer Beliebtheit erfreut. So zeigt eine Analyse im Auftrag von Philoro etwa, dass die heimische Bevölkerung 561 Tonnen Gold mit einem Gesamtwert von 30,5 Milliarden Euro besitzt. Damit gehören wir zu den Top-3 Ländern in Europa. ExpertInnen sind sich zudem sicher, dass Gold auch in den kommenden Jahren eine hervorragende Performance hinlegen wird. Vor allem 2021 wird der Hype um Gold aber aufgrund des wirtschaftlichen Umfelds mit Sicherheit noch andauern.
Bares bleibt Wahres
In Zeiten des ersten harten Lockdowns gab es in Österreich einen spürbaren Rückgang bei der Nutzung von Bargeld. Die Bargeldnation Österreich verteidigte daraufhin jedoch ihren Ruf und mittlerweile ist man hierzulande in Bezug auf Cash wieder auf dem Niveau vor der Krise. Die Beliebtheit des Bargelds erklärt sich unter anderem durch den Erhalt der Privatsphäre. Die ÖsterreicherInnen wollen nicht, dass jeder weiß wo man sein Geld ausgibt. Zusätzlich spielt Wirtschaftskriminalität oder Datensicherheit beim Bargeld keine Rolle. Man kann für 2021 also mit Sicherheit feststellen, dass Bargeld entgegen vieler Prophezeiungen in näherer Zukunft nicht so schnell aus unseren Geldbörsen verschwinden wird.
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