Tipps für UnternehmensgründerInnen
So gründen Sie Ihr eigenes Startup
JungunternehmerInnen benennen oft Steve Jobs, Mark Zuckerberg oder Jeff Bezos als große Vorbilder. Doch bis man ganz oben an der Spitze steht, ist es meist ein weiter und steiniger Weg. Dennoch zeigen Studien, dass vor allem in der Gruppe der 18-39-Jährigen beinahe jeder Zweite gerne ein Unternehmen gründen würde. Kaum jemand ist allerdings bereit, so hart zu arbeiten, dass ein langfristiger Erfolg eintritt. Immerhin 30% der Unternehmerinnen beenden innerhalb von drei Jahren nach der Startup-Gründung ihre Tätigkeiten wieder. Um das zu verhindern, haben wir im Folgenden einige Aspekte zusammengefasst, die es bei einer Unternehmensgründung zu beachten gilt.
Aller Anfang ist die Idee
Eine innovative Idee ist für das Funktionieren eines Startup-Unternehmens unerlässlich. Zusätzlich wäre es von Vorteil, wenn die Idee für die breite Bevölkerungsmasse relevant wäre und Probleme des alltäglichen Lebens lösen könnte. Bereits erfolgreiche Startup-GründerInnen berichten davon, dass sie auf lange, erfolglose Brainstormings zurückblickten, bis sie einen unerwarteten Geistesblitz hatten und ab diesem Moment ihre Geschäftsidee geboren wurde. Sollte Ihnen auch nach nächtelangem Kopfzerbrechen und einer Vielzahl an Mindmaps noch immer keine Idee einfallen, dann sollten Fragen wie: „Was stört mich in meinem Alltag massiv?“, „Welche Probleme begleiten mich schon länger?“ oder „Für welche Idee ist bereits ein Markt vorhanden?“ helfen.
Zusätzlich wäre es von Vorteil, wenn die Geschäftsidee nicht nur originell ist, sondern sich auch gut in ein Unternehmenskonzept adaptieren lässt. Grundsätzlich haben Startups entweder die Möglichkeit eine Marktlücke zu füllen oder eine bereits bestehende Idee weiterzuentwickeln und dementsprechend anzupassen. Setzen Jungunternehmen auf bereits existierende Ideen, so hat dies den Vorteil, dass die Produkte meist schon in einer ähnlichen Form am Markt etabliert sind und man sich an erfolgreichen Geschäftsmodellen orientieren kann.
Prototyp, Geschäftsmodell und Team
Sollten Sie bereits eine konkrete Geschäftsidee ins Auge gefasst haben, dann können Sie einen ersten Prototyp entwickeln. Somit stellen Sie fest, ob Ihre Idee überhaupt umsetzbar ist. Es wird empfohlen, dieses Einzelstück nach der Fertigung dem näheren Umkreis vorzustellen, um sich deren Meinungen einzuholen. Dadurch können Sie schon frühzeitig ermitteln, welche Wirkung die Idee auf andere Menschen ausübt. Wenn Sie bemerken, dass ihr Produkt wenig Begeisterung erweckt, gibt es nun die Möglichkeit die Idee entweder zu verwerfen oder konstruktive Kritik einzuholen und die Vorstellung zu verändern.
Nebenbei sollten Sie an dieser Stelle bereits ein konkretes Geschäftsmodell entwickeln. Sie sollten sich hierfür genügend Zeit lassen und einen detaillierten Businessplan ausarbeiten. Von der Idee bis zum Unternehmensstart dauert es durchschnittlich sieben Monate. Diese Länge erklärt sich unter anderem auch dadurch, dass es unbedingt einen intensiv ausgearbeiteten und realistischen Finanzplan braucht, um ein langfristig erfolgreiches Startup zu gründen.
Zusätzlich sollten Sie in dieser arbeitsintensiven Zeit ein Team um sich aufbauen. An dieser Stelle sollten Sie vor allem darauf achten, dass Ihre MitarbeiterInnen von den Persönlichkeitsprofilen her zu Ihnen passen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, bereits vor dem Start des Unternehmens KollegInnen, frei nach dem Motto „Gründerteams sind erfolgreicher als Einzelgründer*innen“, einzustellen. Arbeiten Menschen bereits vom ersten Tag an im Betrieb, dann stärkt das in der Regel das persönliche und emotionale Zugehörigkeitsgefühl. Zusätzlich wäre bei der Teamauswahl wichtig, dass sich die einzelnen MitarbeiterInnen für die Startup-Idee begeistern und motivieren können. Am besten wäre es, wenn Ihr Team für die gemeinsame Sache regelrecht brennen würde. ExpertInnen raten, dass man die zukünftigen KollegInnen im Vorhinein genau unter die Lupe nehmen sollte und letzten Endes auf das Bauchgefühl hört. Denn schließlich wäre nichts schlimmer, als ein Team um sich zu haben, das sich ständig in den Haaren liegt und die Arbeitsatmosphäre dadurch belastet wird.
Geld regiert die Welt
Ohne einen gut durchdachten Finanzplan, wird das Unternehmen schnell zu Grunde gehen. Im Optimalfall sollte ein Unternehmen wenig bis gar keine Außenfinanzierung benötigen. Ein Bilderbuch-Startup beginnt in einer Garage und benötigt anfänglich viel Freizeit. Von der Garage aus sollten dann die ersten Umsätze gemacht werden, von denen JungunternehmerInnen sich später ein erstes offizielles Büro leisten können. Doch leider wird diese Traumvorstellung relativ selten zur Realität. In Wahrheit braucht es meistens Platz für aufwendige Produktentwicklungen oder für die Produktion erster Prototypen. Aus diesem Grund nutzen viele Startup-GründerInnen Bankkredite als Starthilfe. Ob den Startups diese Kredite gewährt werden, hängt jedoch meist von den Finanzplänen bzw. der voraussichtlichen Erfolgsgarantie ab. Jene neuen Unternehmen, denen aufgrund von zahlreichen Unsicherheiten kein Kredit gewährt wird, bleibt die Möglichkeit von privaten InvestorInnen oder Crowdfunding.
Keine Angst vor dem Amtsschimmel
Bevor Sie sich durch den Dschungel an Bürokratie der verschiedenen Zulassungsämter kämpfen, sollten Sie sich eine Rechtsform für Ihr Jungunternehmen festlegen. Sie müssen Sich entscheiden, ob Sie ein Einzelunternehmen bzw. eine Personengesellschaft, bei denen Sie selbst haften oder eine Kapitalgesellschaft, bei der das Stammkapital haftet, gründen. Für die zusätzlichen Voraussetzungen lohnt es sich oftmals auf juristische Hilfe zurückzugreifen. Hier könnte man sich unter anderem an die zuständige Wirtschaftskammer wenden, die vor allem gewerberechtliche Informationen, aber auch Auskünfte über mögliche Einflussnahmen der Selbständigkeit auf Pensions- oder Sozialversicherungen bereithält.
Positives im Vordergrund behalten
Im Regelfall erhält man bei Unternehmensgründungen trotz der investierten Arbeit viele Rückschläge. Dennoch empfiehlt es sich niemals leichtfertig aufzugeben und fest an den eigenen Startup-Erfolg zu glauben. Zusätzlich muss man immer den großen Vorteil davon bedenken, sein eigener Chef zu sein und über das Handeln selbst bestimmen zu können. Einerseits sollte man bei einer Unternehmensgründung zwar Risikofreude im Blut haben, andererseits gelten die Erfahrungen die man dabei sammelt als enorm wertvoll. Sollten Sie also genug Durchhaltevermögen aufweisen, sich an neue Situationen flexibel anpassen können und keine Angst vor wichtigen Entscheidungen haben, dann sollte einer erfolgreichen Startup-Karriere nichts im Wege stehen.
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