Im großen Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "The Economist" sprach der Tesla- und SpaceX-Chef über die Zukunft der Künstlichen Intelligenz (KI) und malte ein Bild von einer Welt, in der Roboter und KI fast alle Arbeiten übernehmen. Elon Musk glaubt, dass KI schon in etwa fünf Jahren die gesamte menschliche Intelligenz übertreffen wird. Danach beginne eine "Ära unglaublicher Fülle". Seine Prognose lautet: "Jeder wird alles haben können, was er sich vorstellen kann." Weil Maschinen nahezu alles produzieren und erledigen könnten, werde Wohlstand im Überfluss möglich.
Vergleich mit dem Schimpansen
Weniger beruhigend klangen Musks Worte bei der Frage, wer in dieser neuen KI-Welt das Sagen haben wird. Er verglich den Abstand zwischen Menschen und einer überlegenen KI mit dem Unterschied zwischen Mensch und Schimpanse und sagte: "Es ist schwer vorstellbar, dass der Schimpanse die Kontrolle haben wird." Der Milliardär ist überzeugt, dass sich die Entwicklung von KI und Robotik nicht mehr stoppen lässt. Selbst wenn es einen "Stopp-Knopf" gäbe, sollte man ihn "wahrscheinlich nicht drücken". Statt weiter gegen die Entwicklung anzukämpfen, lautet seine Devise: "Lasst uns die Fahrt genießen."
Auch interessant
Zusammenarbeit der KI-Giganten gefordert
Mit einer Portion Ironie blickte Musk auf seine eigene Rolle im KI-Rennen zurück. Seine Versuche, die Technologie sicherer zu machen – etwa als Mitgründer von OpenAI – hätten die Entwicklung am Ende sogar beschleunigt. Sein Fazit: "Wenn du sie nicht schlagen kannst, schließ dich ihnen an." Trotz aller Feindschaften fordert Musk beim Thema KI mehr Zusammenarbeit. Die großen Entwickler sollen sich gegenseitig auf die Finger schauen und neue Modelle vor dem Start prüfen, um gefährliche Entwicklungen früh zu erkennen. Selbst mit seinem Erzrivalen Sam Altman von OpenAI würde er dafür zusammenarbeiten, da persönliche Differenzen "zum Wohle der Welt" zurückstehen müssten.
Selbstkritik zum Thema Politik
Überraschend selbstkritisch zeigte sich Musk beim Thema Politik. Er räumte ein, sich "etwas zu sehr in die Politik eingemischt" zu haben. Nach seiner Unterstützung für US-Präsident Donald Trump leitete er die Sparbehörde DOGE, die den US-Staat verschlanken sollte. Doch der Streit um Trumps "Big Beautiful Bill" und die geplanten Mehrausgaben führte zum Bruch, woraufhin sich Musk zurückzog. Sein Resümee dazu: "Ich habe mich ehrlich gesagt mitreißen lassen."
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden