Seit Jahren wird in Europa darüber diskutiert, die zweimal jährlich stattfindende Zeitumstellung abzuschaffen. Doch eine Einigung scheitert bislang vor allem an der Frage, welche Zeit künftig gelten soll. Genau hier setzt ein ungewöhnlicher Vorschlag des deutschen Wirtschaftswissenschaftlers Korbinian von Blanckenburg an: Statt sich auf Sommer- oder Winterzeit zu einigen, soll Europa seine Zeitzonen neu ordnen.
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Der Grundgedanke: Die heutigen Grenzen der Zeitzonen passen teilweise nur schlecht zur geografischen Lage der Länder. Spanien und Frankreich könnten beispielsweise von der Mitteleuropäischen Zeit (GMT+1) in die Westeuropäische Zeit (GMT) wechseln. Länder wie Finnland oder Griechenland würden dagegen konsequent der osteuropäischen Zeit (GMT+2) zugeordnet.
Damit soll der Sonnenstand wieder besser zum Alltag passen. Der Mittag läge zeitlich näher am tatsächlichen Sonnenhöchststand – mit möglichen Vorteilen für Schlafrhythmus und Tagesablauf. Unterstützung erhält der Ansatz auch von der "Time Use Initiative" in Barcelona, die sich ebenfalls für stärker an der Geografie orientierte Zeitzonen einsetzt.
Für Österreich würde sich zunächst nichts ändern: Das Land bliebe ebenso wie Deutschland, Italien und die Schweiz in der Zeitzone GMT+1.
Allerdings wäre die Umsetzung kompliziert. Verkehr, Wirtschaft und digitale Systeme müssten angepasst werden. Zudem bräuchte es eine europaweit einheitliche Entscheidung. Der Vorschlag würde den alten Streit um Sommer- und Winterzeit damit nicht einfach lösen – sondern auf eine grundsätzlichere Frage verlagern: Welche Zeit passt geografisch am besten zu Europa?
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