Politik unterschätzt
WM-Investoren reagieren auf Infantino-Pläne
Der Risikokapitalgeber bedauert es im Nachhinein, mit seiner Firma Thrive Teil des Vorhabens gewesen zu sein. "Hätten wir gewusst, wohin das führen würde, hätten wir uns nicht darauf eingelassen", zitierte die BBC aus einer Mitteilung von Kushner. Dieser ist der Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump.
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Infantino wollte Anteile an den Premium-Produkten des Weltverbandes, darunter der WM, an private Investoren verkaufen. Geldgeber hätten rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE) erwerben können, dessen Wert zunächst mit 20 Milliarden Dollar beziffert war.
Der FIFA-Boss musste nach großem Druck die Pläne abblasen und steckt in der schwersten Krise seiner Amtszeit. Erst vor wenigen Tagen hat die UEFA den Druck auf Infantino und die FIFA erhöht. Die europäischen Funktionäre haben bei einem Gericht in Florida unter anderem ein Gesuch auf Sicherung von Dokumenten rund um den verhinderten Investorendeal eingebracht.
Kushner sieht Idee als Plan zur Umverteilung
Joshua Kushner hatte vor wenigen Wochen mit Geschäftspartnern für mehr als zwölf Milliarden Dollar (10,3 Mrd. Euro) das NBA-Glamourteam Los Angeles Lakers gekauft. "Wir stehen zwar hinter den Beweggründen von FFE, haben jedoch die politischen Dynamiken im globalen Fußball und das Ausmaß, bis zu dem manche bereit sind zu gehen, unterschätzt", erklärte der Technologieinvestor in seiner Stellungnahme.
Das Geld sei im Fußball in der Vergangenheit auf eine kleine Gruppe von Ländern konzentriert gewesen. Die Idee hinter FFE sei es gewesen, "mehr Kapital und Eigenkapital gleichmäßig auf alle 211 Mitgliedsländer zu verteilen und unterentwickelten Ländern deutlich mehr Investitionen zur Verfügung zu stellen", behauptete Kushner.
Die Mittel hätten von den Mitgliedsverbänden genutzt werden sollen, um "heimische Talente zu fördern, den Breitensport zu unterstützen, das Fanerlebnis zu verbessern und letztendlich den weltweiten Fußball überall voranzubringen". Es habe sich um eine Idee gehandelt, "über die jeder Mitgliedsverband abstimmen sollte - nicht um eine Verpflichtung oder eine feststehende Entscheidung", betonte der Investor.
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