Rekordfahrt

VW Mission Efficiency schafft 1.278 Kilometer mit nur einem Ladestopp

Dunkelblauer, futuristischer Volkswagen mit aerodynamischem Design und leuchtenden Felgen.
© Volkswagen AG
Volkswagen zeigt mit einer ungewöhnlichen Studie, wie sparsam ein Elektroauto sein kann. Entscheidend sind Aerodynamik, geringes Gewicht und Technik aus der Großserie.
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6,89 kWh auf 100 Kilometer, ein cW-Wert von 0,158 und 1.278 Kilometer mit nur einem Ladestopp: Der Volkswagen Mission Efficiency verbindet eine ungewöhnliche Karosserie mit Technik aus der Großserie. Von Wolfsburg ging es über Poznań in Polen und Olmütz in Tschechien bis nach Wien.

Rekordfahrt bis nach Wien

1.278,36 Kilometer legte das Fahrzeug zurück. Der durchschnittliche Verbrauch lag bei 6,89 kWh pro 100 Kilometer, Ladeverluste nicht eingerechnet. Mit Ladeverlusten waren es 7,51 kWh. Unterwegs wurde nur einmal geladen.

Bei der Ankunft in Wien zeigte die Studie noch eine rechnerische Restreichweite von 164 Kilometern. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug 67,72 km/h, maximal wurden 138 km/h erreicht. Bei einer Idealfahrt ohne Steigungen, mit konstant 68 km/h und abgeschalteten Nebenverbrauchern, kam das Fahrzeug auf 6,48 kWh pro 100 Kilometer.

Aerodynamik statt großer Akku

Für den niedrigen Verbrauch setzt Volkswagen nicht auf eine besonders große Batterie. Der Akku bietet 54,9 kWh netto. Der entscheidende Faktor ist die Karosserie.

Der Mission Efficiency ist 1,39 Meter hoch und 4,78 Meter lang. Die Silhouette verjüngt sich nach hinten. Die Hinterräder sind vollständig verkleidet, der Unterboden ist glatt. Elektrisch ausfahrbare Türgriffe verschwinden nach der Nutzung wieder in der Karosserie. Auch die rahmenlosen Seitenscheiben wurden unter aerodynamischen Gesichtspunkten umgesetzt.

An der Front sitzen drei aktive Kühlluftklappen. Sie öffnen nur so weit, wie es für die Kühlung notwendig ist. Dadurch sollen zusätzliche Luftwiderstände vermieden werden. Der cW-Wert liegt bei 0,158.

Viel Technik aus Großserie

Unter der extremen Karosserie steckt viel Technik, die Volkswagen auch in der Großserie verwendet. Dazu gehören der 99 kW beziehungsweise 135 PS starke Elektromotor, die Batterie sowie Teile von Vorder- und Hinterachse. Technisch basiert das Fahrzeug auf dem MEB+ mit Frontantrieb.

Besonders bei höherem Tempo zeigt sich der Unterschied. Ab etwa 80 km/h soll der Mission Efficiency gegenüber der Serienversion des ID. Polo mehr als 30 Prozent weniger Energie benötigen. Bei 140 km/h verbraucht die Studie laut Volkswagen ungefähr so viel Energie wie ein ID. Polo bei 100 km/h.

Solarzellen liefern zusätzliche Energie

Auch Photovoltaik gehört zum Konzept. Im Glasdach und in der Heckklappe ist ein 370 Watt starkes System untergebracht. Die Solarzellen versorgen die Bordelektronik und entlasten damit die Antriebsbatterie.

Je nach Wetter, Jahreszeit und Region sollen theoretisch bis zu 30 Kilometer zusätzliche Reichweite pro Tag möglich sein.

Ungewöhnliches Konzept im Innenraum

Der Mission Efficiency ist als 2+2-Sitzer ausgelegt. Auf den hinteren Plätzen finden Personen bis ungefähr 1,60 Meter Platz. Dazu kommen ein 481 Liter großer Kofferraum und weitere Ablagen.

Auch beim Bremssystem geht Volkswagen einen ungewöhnlichen Weg. An der Vorderachse arbeitet eine hydraulische Bremse, hinten kommt erstmals eine elektromechanische Bremse zum Einsatz. Dadurch sollen unter anderem Bremsleitungen und Bremsflüssigkeit für die Hinterachse eingespart werden. Entwickelt wurde das System gemeinsam mit AUMOVIO.

Im Innenraum fehlt ein klassischer fest eingebauter Infotainment-Bildschirm. Beim Konzept "Bring your own device" übernimmt stattdessen ein Smartphone oder Tablet die Anzeige. Die Funktionen werden kabellos auf das persönliche Gerät übertragen. Auch die Lautsprecher sind nicht fest eingebaut: Eine mobile Bluetooth-Box übernimmt diese Aufgabe.

Studie zeigt mögliche Zukunft

Ob der Mission Efficiency in dieser Form auf die Straße kommt, ist offen. Volkswagen will mit dem Fahrzeug vor allem demonstrieren, was technisch möglich ist.

Motor, Batterie und große Teile der Technik stammen aus der Großserienwelt. Die Studie verbindet diese Komponenten mit einer stark auf Effizienz ausgelegten Karosserie. Mit ihrem niedrigen Verbrauch, dem cW-Wert von 0,158 und der ungewöhnlichen Form zeigt sie, welche Möglichkeiten bei der Effizienz von Elektroautos bestehen.

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