Ausgebuht

VW-Chef Blume: "Konzern ist überdimensioniert"

Ein Mann im Anzug spricht gestikulierend auf einer Bühne vor dunklem, abstraktem Hintergrund.
© Getty Images
Bei der heutigen VW-Betriebsversammlung wurde der VW-Chef zur Begrüßung in Halle 11 ausgebuht. Als Lösung stellte er unter anderem Alterszeit vor.
OE24 auf Google bevorzugen

Im VW-Stammwerk in Wolfsburg begann die Serie von Betriebsversammlungen mit 10.000 Teilnehmern am Dienstag. VW-Chef Oliver Blume wurde ausgebuht und ausgepfiffen, berichtet die Bild. Auf offener Bühne kam es zum Duell zwischen Konzernchef Oliver (58) und Betriebsratschefin Daniela Cavallo (51).

"Vertrauen beschädigt"

Zuerst sprach Betriebsratschefin Cavallo richtete sich mit scharfer Kritik an Konzernchef Blume: "Mit einem CEO, der seinen Leuten nicht sagt, was ist, lässt sich nicht arbeiten! Unser Vertrauen in diesen Konzernvorstand, insbesondere auch in dessen Vorsitzenden Oliver Blume, ist beschädigt. Noch nicht irreparabel. Aber beschädigt."

Altersteilzeit

Das Volkswagen-Logo ist auf dem Dach eines Backsteingebäudes bei klarem, blauem Himmel zu sehen.
Niedersachsen, Wolfsburg: Das Volkswagen-Logo auf dem VW-Hochhaus. © APA/dpa/Stefan Rampfel

VW-Chef Blume sprach dann zum geplanten Stellenabbau: "Die häufig genannte Zahl von rund 50.000 Stellen weltweit ist dabei keine Zielgröße. Sie ist eine theoretische Rechengröße – abgeleitet von unseren Kosten. Heute liegen wir rund 30 Prozent über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen."

Setzen will er neben Kündigungen auf "natürliche Fluktuation sowie eine restriktive Einstellungspolitik. Und selbstverständlich auf Alterszeit.“

Letzte Option

Vorstandschef Blume beschrieb den Konzern vor den Versammlungen intern als "überdimensioniert". "Das macht uns oft zu langsam und zu kompliziert", sagte er in einem Interview. Er hatte angekündigt, an einem neuen "Zielbild 2030" zu arbeiten und den Sparkurs verschärfen zu wollen. Seitdem wird an einigen deutschen Standorten um die Zukunft und in der VW-Welt insgesamt um bis zu 50.000 zusätzliche Stellen gebangt.

Mit Blick auf mögliche Werksschließungen in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm sprach Blume von einer letzten Option, die er gern vermeiden wolle. "Unser Ziel ist es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen", sagte Blume. Für die vier Werke gebe es aber derzeit noch keine "wettbewerbsfähige Belegung" für die 2030er-Jahre.

Weitere Betriebsversammlungen

Nach Wolfsburg sind in den nächsten Tagen acht weitere Betriebsversammlungen in Braunschweig, Emden, Zwickau, Chemnitz, Dresden, Kassel-Baunatal, Salzgitter und Hannover geplant.

Bereits vor der Betriebsversammlung merkte der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) an, dass Werksschließungen keine Zukunftslösung seien und die Größe des Konzerns eine Chance sei. Niedersachsen ist wesentlich an VW beteiligt.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden