Fast ein Tsunami an Hiobsbotschaften schwappt über das belagerte Weiße Haus und den US-Präsidenten. Donald Trumps Handelskrieg mit Kanada trieb Amerikas engsten Nachbarn näher an die EU, deren Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sogar eine assoziierte Mitgliedschaft ins Spiel brachte. Gleichzeitig trieb Fed-Chef Kevin Warsh einen weiteren "Sargnagel" in Trumps Wirtschaftsagenda: Die Notenbank hob die Leitzinsen an und signalisierte weitere geldpolitische Straffungen im Kampf gegen die Inflation.
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Teuerung & Spritpreise setzen Trump unter Druck
Nach Trumps vollmundigen Versprechen, die Teuerung zu besiegen und das Leben erschwinglicher zu machen, wächst der politische Druck.
Auch in Übersee ist im Iran-Krieg kein Ende in Sicht. Nach dem Vormarsch der Iran-gestützten Huthi-Milizen im Jemen und der Bedrohung einer weiteren weltwichtigen Ölroute droht der Konflikt zum Flächenbrand zu werden. Ölpreise bleiben hoch, in den USA liegen Spritpreise inzwischen fast 50 Prozent über dem Vorkriegsniveau. In Washington ließ Trumps Verbündeten-Board das legendäre "Kennedy Center" schließen, weil Richter untersagten, dass sein Name an der Fassade verewigt werden darf. Und während Experten nach neuen Enthüllungen vor den Risiken einer möglichen KI-"Terminator-Technologie" warnen, setzt Trump auf volle Fahrt voraus. Es werde nichts passieren, weil die USA einen Präsidenten mit hohem IQ hätten, sagte er sinngemäß.
Trump droht mit Zöllen & ortet Verschwörung
Angesichts der Dauerkrisen wird seine Rhetorik immer aggressiver. Nach der Kanada-Einladung drohte Trump der EU mit hohen Zöllen oder Einschränkungen des Handels. Wegen der Zinserhöhung der "Fed" ortete er eine Verschwörung des Notenbank-Gremiums gegen ihn und verlangte Zinssätze von einem Prozent. Auch im Iran-Krieg scheinen die meisten Karten verspielt. Den Sorgen vieler Bürger über steigende Lebenshaltungskosten – Energie, Lebensmittel, Reisen, Häuser und Mieten – begegnet Trump weiter mit Worthülsen wie einem "goldenem Zeitalter" für Amerika. In aller Fairness gibt es auch Erfolge: Die illegale Migration an der Südgrenze kam fast zum Erliegen, während Kriminalitätsindikatoren rückläufig sind.
"Bezug zur Realität verloren"
"Der Präsident scheint den Bezug zur Realität zu verlieren", schrieb der konservative Kommentator Leo Hohmann – eine politische Wertung und medizinische Ferndiagnose. Trumps Republikaner könnten bei den US-Zwischenwahlen in weniger als 50 Tagen einen hohen Preis bezahlen: In einer aktuellen Reuters/Ipsos-Umfrage liegt Trumps Zustimmung bei 35 Prozent. Im Schnitt der Umfragen nach Parteipräferenz fiel seine Partei um mehr als acht Prozentpunkte hinter die Demokraten zurück.
Sicher: Trump bleibt ein Fixpunkt auf der Weltbühne. Kommende Woche spricht er bei der UN-Generalversammlung in New York und empfängt danach Chinas Machthaber Xi Jinping zum Pomp-Gipfel in Washington. Doch Trumps Machtverlust ist spürbar und signifikant. Das Rennen um seine Nachfolge hat längst begonnen.
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