Sparkurs

Volkswagen soll Seat-Aus bereits besiegelt haben

Baukran am Heizkraftwerk des VW-Stammwerks in Wolfsburg mit großem VW-Logo an der Fassade.
© APA/dpa/Julian Stratenschulte
Volkswagen muss sparen! Der deutsche Autohersteller plant nun laut einem Bericht, die spanische Traditionsmarke Seat spätestens 2029 vom Markt zu nehmen. Volkswagen will mehr auf die Schwestermarke Cupra setzen.
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Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, soll am Freitag der VW-Aufsichtsrat über die Zukunft der spanischen Automarke Seat abstimmen. Im Bericht wird sich auf einen Vorstandsbeschluss berufen. Seat soll somit ab 2030 kein Teil der Konzernpläne sein. VW will Kosten sparen, Abläufe vereinfachen und sich auf eine andere spanische Marke konzentrieren.

Der Fokus soll vor allem auf die Schwestermarke Cupra gesetzt werden. Laut dem Bericht steht in den Unterlagen: "Eine Fortführung von Seat in der bisherigen Form würde zusätzliche Ressourcen binden, während die strategische Weiterentwicklung innerhalb der Markengruppe Cupra fokussiert werden soll." Bei den Verkäufen hat Cupra längst Seat überholt. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 170.100 Cupra ausgeliefert. Bei Seat waren es im selben Zeitraum nur 129.600.

"Cupra ist die Zukunft, Seat die Vergangenheit"

Gegenüber der "Bild" zeigt sich Autoexperte Frank Schwope von der FHM Berlin wenig überrascht über die Entscheidung. Er erklärt: "Es schwelte schon seit Monaten das Gerücht, dass VW die Marke Seat einstellen könnte. Cupra ist die Zukunft, Seat die Vergangenheit." Jedoch hat VW eine Chance verpasst. Er würde Seat als eine günstige Einstiegsmarke weiterführen: "Eigentlich ist es schade, dass VW nicht versucht, Seat als Billigauto auf den Markt zu bringen. Sozusagen als Dacia des VW-Konzerns. Es ist einen Versuch wert."

Wie die "Bild" berichtet, wollte ein Volkswagen-Sprecher die internen Unterlagen nicht kommentieren: "Interne Unterlagen werden in zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess greifen wir nicht vor."

Das Aus von Seat ist nur eine von vielen Maßnahmen von Volkswagen. Am Freitag wird der Aufsichtsrat auch über die Zukunft von vier Werken in Deutschland entscheiden. Zudem könnten weltweit Zehntausende Arbeitsplätze abgebaut werden. Der VW-Chef will mit einem Sparprogramm Europas größten Autobauer wieder wettbewerbsfähiger machen. Vor allem machen chinesische Hersteller, Probleme auf dem chinesischen Markt und die US-Zölle das Leben des deutschen Autoriesen schwerer.

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